Starker Kostendruck

Plenum AG gibt Implementierungssparte auf

07. Juni 2005
Von Ingo Butters
Anhaltend hohe Verluste haben den Wiesbadener IT-Dienstleister Plenum AG dazu bewogen, sich aus dem Implementierungsgeschäft zurückzuziehen. Ende Mai wurden deshalb betriebsbedingte Kündigungen an mehr als 20 Mitarbeiter, rund zehn Prozent der Belegschaft, ausgesprochen. Das Unternehmen will sich in Zukunft wieder auf seine ursprüngliche Kernkompetenz, die IT-Beratung, konzentrieren.

Die Entscheidung für den Rückzug war bereits Ende des Jahres 2004 gefallen. Die Plenum AG, ursprünglich eine reine IT-Beratung, hatte sich bis dahin seit rund drei Jahren auch im reinen Implementierungsgeschäft engagiert. Ein Großprojekt hatte das Unternehmen mit der Einführung der selbst entwickelten Anwendung Phoenics an Land ziehen können. Die Software soll von den Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft bei der Abwicklung des operativen Geschäfts eingesetzt werden. Das auf Entwicklung und Implementierung beschränkte Projekt hatte eine Laufzeit von drei Jahren und ein Auftragsvolumen von rund 40 Millionen Euro.

Plenum-Vorstandsvorsitzender Hartmut Skubch sieht die IT-Landschaft unter starkem Kostendruck.
Plenum-Vorstandsvorsitzender Hartmut Skubch sieht die IT-Landschaft unter starkem Kostendruck.

Wie Hartmut Skubch, Vorstandsvorsitzender der Plenum AG, gegenüber CIO-Online einräumte, war es seiner Firma in der Folgzeit allerdings nicht gelungen, weitere ProjekteProjekte mit einem ähnlichen großen Volumen zu gewinnen. Nachdem Phoenics zu Jahresbeginn weitgehend abgeschlossen war, fehlten deshalb Aufträge. "Von den Preisen und der Nachfrage her war das reine Implementierungsgeschäft nicht mehr durchzuhalten", so Skubch. Alles zu Projekte auf CIO.de

Im vergangenen Jahr hat der IT-Dienstleister ein Minus von rund 1,7 Millionen Euro verbucht. Der Großteil der Verluste ist offenbar auf die Implementierungssparte zurückzuführen: Durch den Rückzug aus diesem Segment erhofft sich die Firma Einsparungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro für das nächste Geschäftsjahr. Im Zuge der Kurskorrektur wurden mehr als 20 Mitarbeiter, der Großteil davon Programmierer, betriebsbedingt gekündigt. Mit dem Betriebsrat habe man einen Sozialplan und einen Interessenausgleich vereinbart.

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