CIO Günter Weinrauch setzt auf Outsourcing

Premiere schmeißt IT raus

17. Juni 2005
Von Andreas Schmitz
Im Januar diesen Jahres stieß Günter Weinrauch zum Bezahlfernseh-Anbieter Premiere und schon am 4. Februar fixierte der IT-Chef mit dem Vorstand eine radikale Outsourcing-Strategie. Nur 20 der über 120 Mitarbeiter will der ehemalige Berater bei Premiere behalten – und alle übrigen auf IT-Partner verteilen.
Der CIO von Premiere Günter Weinrauch vor der Systemlandschaft des Pay-TV-Unternehmens.
Der CIO von Premiere Günter Weinrauch vor der Systemlandschaft des Pay-TV-Unternehmens.

Noch vor wenigen Jahren war die Betastraße in Unterföhring bei München in der Hand des Bezahlfernseh-Anbieters Premiere. Die Namensgeberin der Straße, Beta Research, entwickelte dort die D-Box, einen Empfänger ausschließlich für das Abo-Fernsehen und Pay-per-View-Angebot bei Premiere – heute ist der Receiver-Markt liberalisiert, der Preis von 400 auf 40 Euro gefallen, Premiere aus dem Geschäft ausgestiegen. Die Fernsehzeitung TV Digital macht nicht mehr Premiere, sondern das Hamburger Medienhaus Springer. Und die auf Dienstleistungen für das digitale Satellitenfernsehen spezialisierte Premiere-Tochter Digital Playout Center DPC verkaufte Premiere-Chef Georg Kofler im letzten Jahr an den Satellitenbetreiber SES Astra. „Premiere konzentriert sich auf sein Kerngeschäft – Marketing, Vertrieb und Programm“, erläutert Günter Weinrauch, seit Anfang des Jahres Leiter des Bereichs Information Management: „Und die IT gehört auch nicht dazu“.

Bereits kurz nach dem Börsengang von Premiere im März diesen Jahres und der Aufnahme in den MDAX im Juni verschlankt Premiere seine IT. Schon im August sollen die ersten 12 Mitarbeiter nicht mehr für Premiere, sondern für Partner arbeiten. Die Betreuung der Sendeplanung ging bereits am 1. Juli zurück an die Firma Create Ctrl, die die APIx-Tool-Familie „Explorer“, „Control Center“, „Planung und Redaktion“ und die „Programminformation“ einst programmiert hat. Die SAP-Landschaft geht voraussichtlich im August an einen Outsouring-Partner. Doch damit nicht genug: Weinrauch will auch den Systembetrieb, den Anwendungssupport und die Weiterentwicklung der Software auslagern. „Vorbereitend haben wir am 1. Mai bereits eine interne IT-Gesellschaft gegründet – die Pi-Systems“, erläutert Weinrauch, der zudem parallel seine Prozesse nach ITILITIL „definierbar und beschreibbar“ macht: „Eine wichtige Voraussetzung für OutsourcingOutsourcing“. Alles zu ITIL auf CIO.de Alles zu Outsourcing auf CIO.de

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