Projekt-Management

Prince2 und die Konkurrenten

04. August 2009
Von Martin Rother
Die beiden wichtigsten Projekt-Management-Ansätze neben Prince2 verstehen sich nicht als Methoden, sondern als Nachschlagewerke.

Auf internationaler Ebene gibt es drei wesentliche Projekt-Management-Ansätze, die zum Teil sehr unterschiedlich sind, sich aber gut ergänzen:

1) Die ICB (IPMA Competence Baseline) der IPMA (International Project Management Association) und ihre nationalen Ausprägungen - in Deutschland ist das die GPM (Gesellschaft für Projekt-Management), deren "Body of Knowledge" namens "Der Projektmanager" eher wissenschaftlich an das Thema herangeht.

2) Der PMBoK (Project Management Body of Knowledge) des PMI (Project Management Institute) aus den USA, eine Art Lexikon zum Thema Projekt-Management.

3) Prince2 (Projects in controlled environments), eine strukturierte PM-Methode des OCG (Office of Government Commerce) aus Großbritannien.

Die drei Ansätze bieten internationale Ausbildungsgänge und Zertifikate sowie Reifegradmodelle (das OCG mit P2M2, das PMI mit OPM3 und in Deutschland die GPM mit PM Delta). Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass es sich bei Prince2 um eine Methode und bei der ICB und dem PMBoK um so genannte Bodies of Knowledge handelt. Prince2 bietet demnach eine verbindliche Systematik von Verfahren, das Prozesse und Themen integriert. Ein Body of Knowledge dagegen stellt eine umfassende Sammlung und Beschreibung von Bereichen und Verfahren dar, die nicht verbindlich sowie isoliert verwendbar sind. Und während die Methode Prince2 eine detaillierte Definition einzelner Rollen vornimmt, fokussieren ICB und PMBoK auf den Projekt-Manager und beschreiben dabei im Gegensatz zu Prince2 auch soziale Kompetenzen und Management-Skills.

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