Gefahren noch früher erkennen

Projekt für neuartiges IT-Alarmsystem

23. August 2010
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
An der Uni Bremen entsteht derzeit eine lernfähige Alarmanlage zum Abwehr von Viren und Schadsoftware. FIDeS, so der Name des Projekts, setzt dabei auf Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Sicherheitsanbieter werden nicht müde, auf die wachsenden Bedrohungen im Internet hinzuweisen. Immer mehr Menschen sind online, bevölkern soziale NetzwerkeNetzwerke, nutzen mobile Endgeräte und legen bei allen ihren Aktivitäten eine anhaltend hohe Sorglosigkeit an den Tag. Gleichzeitig werden auch die Angriffe professioneller und perfider, so dass es nicht übertrieben scheint, von organisierter Kriminalität in diesem Bereich zu sprechen. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

So richtig in den Griff kriegen das weder Anwender noch Anbieter von Sicherheitslösungen. Viren und Schadprogramme werden oft erst entdeckt, wenn sie sich im System ausbreiten - allen Schutzprogrammen und Firewalls zum Trotz. Und dann ist es in der Regel zu spät.

Einen anderen Ansatz als diese traditionellen Sicherheitslösungen verfolgt ein Forschungsprojekt des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Universität Bremen. Zusammen mit verschiedenen Projektpartnern und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund drei Millionen Euro ausgestattet, durchläuft dort gerade die Alarmanlage "FIDeS" die ersten Praxistests.

"Uns geht es darum, Gefahrenlagen zu erkennen, bevor sie im System Schaden anrichten", erläutert der technische Projektleiter Karsten Sohr im CIO-Gespräch. "Dafür ziehen wir verschiedene Quellen wie Firewalls, Log-Dateien oder Informationen über Netzverbindungen heran." Anschließend, und das ist das eigentlich Neue an FIDeS, werden diese Informationen mit komplexen Abfragen aus dem Werkzeugkasten der Künstlichen Intelligenz analysiert.