Mängel werden zwar erkannt, aber unzureichend bekämpft

Projekte scheitern am Anforderungs-Management

25. September 2008
Von Nicolas Zeitler
Immer noch schlagen IT-Projekte fehl, weil die Anforderungen vorab unzureichend geklärt werden. Oft entstehen Schwierigkeiten aufgrund missglückter Kommunikation, wie eine Studie der Fachhochschule St. Gallen zum Requirements Engineerung zeigt.

Mit dem Requirements Management in seinem Unternehmen ist nur jeder vierte Teilnehmer einer Umfrage der Fachhochschule St. Gallen zufrieden. Dennoch packen die meisten das Übel nicht an der Wurzel an. Spezielle Fachleute bilden nur drei von vier Unternehmen aus, etwas weniger noch stellen Requirements Engineers gezielt ein. Eine eigene Fachlaufbahn für dieses Gebiet gibt es der Studie zufolge nur in jedem zehnten Betrieb.

Unter Requirements Engineering verstehen die Forscher um Projektleiterin Devamani Ott das Erheben, Dokumentieren, Prüfen und Verwalten der Anforderungen an IT-Lösungen. Mancherorts scheint dieser Begriff noch überhaupt nicht angekommen zu sein. So berichtet Ott von Rückfragen sogar von Projektleitern, die mit dem Terminus nichts anzufangen wussten.

Fast ein Drittel der Befragten verwendet auf das Anforderungsmanagement - so die halbdeutsche Übersetzung - höchstens zehn Prozent des Volumens an einem IT-Projekt. Gleichzeitig sehen 77 Prozent der Umfrageteilnehmer einen der Hauptgründe dafür, dass sich in laufenden Vorhaben die Anforderungen verändern, in missglückter Verständigung zwischen den Beteiligten.

Auch die Frage, welche Anspruchsträger in die Vorbereitung eines Projekts einbezogen werden sollen, wird offenbar vielerorts stiefmütterlich gehandhabt. In mehr als einem Drittel der Firmen gibt es eine überlegte Auswahl und Analyse von Stakeholdern nicht. In weiteren 30 Prozent der Fälle entfällt auf diesen Schritt nur ein Personentag.