Mangelnde Transparenz

Projektmanager mit Karriere unzufrieden

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Karrierepfade sind nicht transparent, die Perspektiven passen nicht zu den persönlichen Zielen – deutsche Projektmanager äußern Kritik. Grund zur Klage sieht die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement auch in der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen.
Das Projektmanagement bietet nicht allen die gleichen Chancen.
Das Projektmanagement bietet nicht allen die gleichen Chancen.
Foto: Tashatuvango - shutterstock.com

Als "eine zentrale Herausforderung" für die Unternehmen bezeichnet die Deutsche Gesellschaft für ProjektmanagementProjektmanagement (GPM) die Karriere-Perspektiven für Projektmanager. Ihre fünfte Studie "GehaltGehalt und KarriereKarriere im Projektmanagement in Deutschland und Österreich" zeigt Verbesserungsbedarf auf. Das gilt geschlechtsunabhängig für alle Beschäftigten in diesem Bereich und in puncto Bezahlung besonders für die Frauen. Grundlage der Studie sind Angaben von mehr als 1.000 Teilnehmern in der Bundesrepublik und Österreich. Alles zu Gehalt auf CIO.de Alles zu Karriere auf CIO.de Alles zu Projektmanagement auf CIO.de

Anlässlich des "Equal Pay Day" betonen Yvonne Schoper und Brigitte Schaden, Vorstandschefinnen von GPM und PMA (Projekt Management Austria): "Aktuell verdienen die Frauen im Projektmanagement in Deutschland im Durchschnitt 23,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, in Österreich liegt der Wert bei 14,4 Prozent." In ganzen Zahlen heißt das für Deutschland: Männer kommen im Schnitt auf rund 83.000 Euro im Jahr, Frauen auf gut 63.000 Euro. Schoper und Schaden appellieren an die Unternehmen, diese Ungleichheit zu beseitigen.

Der Equal Pay Day, eine Initiative aus den USA, soll anhand des Kalenders aufzeigen, bis zu welchem Datum Frauen quasi umsonst arbeiten, während ihre männlichen Kollegen bereits verdienen. Österreicherinnen zogen 2016 demnach am 10. März gleich, Deutsche am 19. März.

Geschlechtsunabhängig untersucht die GPM die Situation im Projektmanagement anhand verschiedener Kriterien. So sollten die Befragten ihre Zufriedenheit einschätzen. Auf einer Skala von Eins ("trifft überhaupt nicht zu") bis sieben ("trifft voll und ganz zu") ging es um ihre Karriere-Perspektiven.

Die Aussage "Mein Unternehmen bietet mir mittel- bis langfristige Karrieremöglichkeiten im Projektmanagement" erreicht mit dem Wert 4,0 noch das beste Ergebnis (Österreich: 3,7). Die Befragten kritisieren, dass die angebotenen Perspektiven nicht zu ihren persönlichen Zielen passen. Außerdem seien Karrierepfade nicht ausreichend klar und transparent definiert. Wechsel zwischen unterschiedlichen Karrierepfaden im Projektmanagement seien zu wenig möglich.