Neue Geschäfts-Strategien bei Software-Anbietern

Proprietär ist out, Open Source ist in

23. März 2007
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Bei traditionellen proprietären Software-Herstellern zeichnet sich eine Trendwende in Richtung Open-Source-Modelle ab. Die Hinwendung kommerzieller Software-Anbieter zu quelloffenen Technologien kommt aber nicht von ungefähr. Herkömmliche Lizenzierung von Software ist teuer, weshalb Anwenderunternehmen verstärkt quelloffene Produkte nachfragen, wie eine aktuelle Analyse des US-Marktforschers The 451 Group ergab.

Den Analysten zufolge stehen traditionelle Software-Hersteller mit proprietären Produkten und herkömmlichen Lizenzierungs-Modellen inzwischen verstärkt unter einem Wettbewerbsdruck, der von Open-Source-Anbietern ausgeht. Viele Unternehmen aus der Software-Industrie, die bisher proprietäre Standards verwendeten, werden deshalb nicht umhin kommen, Open-Source-Ansätze zu adaptieren und in ihre Geschäftsmodelle einzubauen.

Teure Software-Lizenzen ablösen

Der Hintergrund: Herkömmliche Software-Lizenzen im Unternehmensbereich sind teuer. Hinzu kommen Kosten für Beratung, Wartung und - je nach Anbieter - Upgrades. Selbst große Anwenderunternehmen vertrauen inzwischen in bestimmten Bereichen verstärkt auf quelloffene und lizenzfreie Software- sowie Server-Lösungen.

Dieser Trend setzt die Software-Anbieter unter Druck, ebenfalls Open-Source-Ansätze zu übernehmen und in ihre Produkte einfließen zu lassen. Damit verändern sich auch die Beziehungen zwischen den Software-Herstellern und ihren Kunden. Entweder verzichten sie ganz auf Lizenzen oder aber sie geben Kunden sowie Partnern die Möglichkeit, eigene Lösungen zu entwickeln, die dann beispielsweise Geschäfts-Prozesse in bestimmten Sub-Branchen abbilden und mit denen sich gesetzliche und regulatorische Anforderungen besser erfüllen lassen.

Wettbewerbsdruck treibt Open Source

Die Gründe der Software-Anbieter, Open-Source-Modelle zu adaptieren sind dabei durchaus unterschiedlich. Zum einen wollen sie als so genannte First Mover ihre Marktanteile ausbauen und auch in bereits gesättigte Märkte vorstoßen. Zum anderen lässt sich mithilfe von Open SourceOpen Source auch ein ausgereiztes Geschäft-Modell auf neue Füße stellen und dadurch neue Nachfrage erzeugen. Alles zu Open Source auf CIO.de

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