Zweite Welle der elektronischen Beschaffung

Prozesskosten sparen mit elektronischen Katalogen

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Unternehmen, die Lösungen für die elektronische Beschaffung einsetzen, können dadurch ihre Prozesskosten deutlich senken. Derzeit beschäftigen sich immer mehr Firmen mit der Einführung von elektronischen Katalogen oder E-Sourcing-Lösungen. Das hat das "Stimmungsbarometer Elektronische Beschaffung 2006“ ergeben, das der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) jetzt vorlegte.
Unternehmen wollen mit elektronischen Beschaffungslösungen ihre Prozesse optimieren.
Unternehmen wollen mit elektronischen Beschaffungslösungen ihre Prozesse optimieren.

Der Verband rechnet derzeit mit einer zweiten Welle des E-Procurement. Zwar hat sich ein Großteil der Unternehmen lange Zeit nicht mit der elektronischen Beschaffung auseinandergesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigen sich derzeit viele Unternehmen jedoch damit, entsprechende Lösungen einzuführen oder planen konkret eine Einführung.

Nur 14 Prozent der Unternehmen gaben an, auf elektronische Kataloge (Desktop Purchasing) verzichten zu können, 27 Prozent meinen das in Bezug auf E-Sourcing-Lösungen (elektronische Auktionen/Ausschreibungen). Bei Einkaufsauktionen ist der Anteil mit 39 Prozent dagegen vergleichsweise hoch. Laut Untersuchung haben die Unternehmen in den ersten Jahren der elektronischen Beschaffung den Einsatz von Lösungen für Ausschreibungen und Einkaufsauktionen offenbar parallel vorangetrieben.

Während 87 Prozent der Großunternehmen/Konzerne elektronische Kataloge großteils seit mehreren Jahren einsetzen, trifft das nur auf 51 Prozent der Mittelständler zu. Allerdings holt der Mittelstand auf, denn mit einem Anteil von 22 Prozent hat ein erheblicher Anteil der kleineren Firmen zurzeit Einführungsprojekte für E-Kataloge laufen. Laut BME bestätigt sich damit der bereits in den Vorjahren registrierte Trend, dass elektronische Kataloge schneller ausgebaut werden als andere Lösungen. Darüber hinaus soll das Volumen von Katalog-Artikeln (C-Artikel) bei 73 Prozent der Unternehmen weiter steigen.

Beschaffungszeiten verringern

Die Unternehmen erzielen nachweisbare Erfolge im Einsatz mit Software-Werkzeugen für die elektronische Beschaffung. 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sich damit die Beschaffungszeit von C-Artikeln, also geringwertigen Produkten wie Bleistiften oder Toilettenpapier, verringern lässt. 75 Prozent gehen davon aus, Prozess- und Transaktionskosten reduzieren zu können und 55 Prozent rechnen mit geringeren Einstiegspreisen.