Strategien


Neue IT-Strategie

Radikale IT-Restrukturierung bei Mainova

Johannes Klostermeier ist freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media.

Vor allem auf Produkte von Microsoft- und SAP

Mainova setzt vor allem auf Produkte von Microsoft- und SAP. Es gibt heute eine hundertprozentige zentrale Software-Verteilung und -Verwaltung. "Die Wartungskosten sanken, bereinigt um Neuinvestitionen, erheblich", sagt Lübcke. Das Projekt AM/PM/MPM bedeutet im Ergebnis: Es gibt nur noch zwei Eingangskanäle: Clarity für das Anwendungsmanagement und Helpline für Störungsmeldungen und Serviceanfragen. Lübcke: "Wir lehnen jetzt auch mal Anforderungen ab, wenn sie außerhalb der IT-Strategie liegen." Früher war das undenkbar.

Im Frühjahr 2014 war das neue IT-Servicemodell fertig. Fast alle primären Services wurden einem Benchmarking unterzogen. Ergebnis: "Wir bewegen uns in einem akzeptablen Mittelfeld und können uns vielfach noch steigern", sagt Lübcke. Die primären IT-Services haben sich von 47 auf 94 verdoppelt, so will man dem Kundenwunsch nach Differenzierung gerecht werden.

Vier der sechs Projekte der IT-Agenda 2015 umgesetzt

Mainova ist jetzt fit für die Zukunft. Nun folgt die IT-Strategie 2.0".
Mainova ist jetzt fit für die Zukunft. Nun folgt die IT-Strategie 2.0".
Foto: Mainova

Vier der sechs Projekte der "IT-Agenda 2015" von 2013 sind inzwischen vollständig umgesetzt. Laut Lübcke waren folgende Faktoren dabei für den Erfolg verantwortlich:

• als absolute Voraussetzung: Unterstützung durch den Vorstand

• Aufbau eines kompetenten Kernteams aus der IT und von Beratern

• Geschwindigkeit bei Entscheidungen und Offenheit in der Kommunikation

• konsequente Positionen und klare Regeln für die IT-Governance

• maximal zwei Jahre Zeit.

Im Rahmen des "Projekts EINS" haben Vorstand und IT der Mainova AG ihr Ziel der IT-Kostensenkung und -Ergebnisoptimierung zu 80 Prozent erreicht, so Lübcke. Die noch anstehenden großen Konsolidierungsprojekte im Backend sollen bis 2017 abgeschlossen sein.

Cloud-Strategie fehlt noch

Die Cloud-Strategie wird noch ausgearbeitet.
Die Cloud-Strategie wird noch ausgearbeitet.
Foto: Sergey Nivens - www.shutterstock.com

"Was jetzt etwa noch fehlt, ist eine Cloud-Strategie", sagt Lübcke. Auch die Umsetzung der IT-Strategie dauere noch an. Im Ergebnis ist er aber sehr zufrieden mit den Veränderungen: "Die IT hat sich im gesamten Mainova-Verbund als zuverlässiger Partner und auch als Treiber von InnovationInnovation etabliert. Die IT hat vielfach genauso viel Prozesskompetenz wie ein Fachbereich, deswegen ist das letztlich eine Begegnung auf Augenhöhe und keine Einbahnstraße", stellt er fest. Alles zu Innovation auf CIO.de

Bis 2016 entwickelt das Managementteam nun für die Zeit ab 2018 seine neue "IT-Strategie 2.0", bei der es vor allem um die weitere DigitalisierungDigitalisierung und die Mobilisierung von GeschäftsprozessenGeschäftsprozessen bei Mainova geht. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de Alles zu Projekte auf CIO.de

Mainova AG |

IT-Agenda 2015 (Restrukturierung der IT)

Branche

Energieversorgung

Zeitrahmen

Mai 2013 - Mai 2015

Mitarbeiter

mehr als 100 Mitarbeiter waren direkt beteiligt

Aufwand

8 Millionen Euro, 10.000 Tage (in- und extern)

Zur Restrukturierung der IT wurden sechs Teilprojekte definiert:

1. Entwicklung einer IT-Strategie mit IT-Governance-Modell und mehrjähriger Maßnahmenplanung

2. Reorganisation der IT und kompletter Neuausrichtung gemäß Wertschöpfungs-stufen Plan/Build/Run/Control

3. Konzeption/Einführung einheitlicher Softwarekatalog und Einführung neuer Clients mit 400 Softwareprodukten (plus embedded IT in Summe 565) sowie Umsetzung eines IT-Sicherheits-orientierten Zonenmodells für Office- und Prozess-LAN

4. Einführung Anforderungs-, ProjektmanagementProjektmanagement und Portfolio-management in einem einheitlichen Projektvorgehensmodell auf Basis von Clarity Alles zu Projektmanagement auf CIO.de

5. Schaffung von IT-Kostentransparenz, Identifikation von Potenzialen zur Ergebnisverbesserung. Potenzial 7 Mio. Euro (davon 80 Prozent ausgeschöpft)

6. Bereinigung des Drittmarktes (heißt: IT-Kunden außerhalb des Stadtwerke-Konzerns) zur Fokussierung auf den Erst- und Zweitmarkt im Verbund

Dienstleister

Lexta (IT-Benchmarking, Kostenanalyse, IT-Service-Modell)

PwC (IT-Strategie)

Contec-X (AM/PM/MPM (Anforderungs-, Projekt-, Multiprojektmanagement)

Bechtle (Client-Services)

T-Systems (Netzwerk/TK)

Einsatzort

Deutschland

Internet

www.mainova.de

Auch die Entwicklung einer individuellen Cloud-Strategie ist für Lübcke eine wichtige Zukunftsaufgabe. Er ahnt schon heute: "Es wird wieder eine Wanderung zwischen strategischen Anforderungen und operativer Durchdringung". Aber, zum Glück: "Ich finde das aber extrem befruchtend", findet Lübcke.

Unternehmen

Mainova AG

Hauptsitz

Frankfurt am Main

Umsatz

2 Milliarden Euro (2014)

Mitarbeiter

2768

IT-Kennzahlen

CIO

Philipp Lübcke

IT-Mitarbeiter

195

IT-Anwender

3400

IT-Budget

40 Millionen Euro

Strategische Ausrichtung

Strategische Ausrichtung

zentral

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dezentral

standardisiert

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Best of Breed

viel Outsourcing

_ _ _ x _

wenig Outsourcing

Lessons learned

  • Absolute Voraussetzung: Unterstützung durch den Vorstand

  • Aufbau eines kompetenten Kernteams aus der IT und von Beratern

  • Geschwindigkeit bei Entscheidungen und Offenheit in der Kommunikation

  • konsequente Positionen und klare Regeln für die IT-Governance

  • Maximal zwei Jahre Zeit

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