CIOs scheuen Outsourcing

Rechenzentren bleiben zu Hause

14. März 2007
Von Reinhold Hölbling
Eine Befragung unter den deutschen Top-100-Unternehmen ergab, dass nur die Hälfte von ihnen einzelne Rechenzentrumsdienste auslagert. Lediglich sechs Prozent der Umfrage-Teilnehmer gab an, mindestens drei Viertel der IT-Leistungen aus dem Data Center an Dienstleister vergeben zu haben.

Der Druck auf die CIOs ist groß: Mit immer weniger Geld sollen sie die Servicequalität verbessern und die Unternehmensziele agil unterstützen. Ein Weg aus diesem Dilemma heißt: das Rechenzentrum auslagern. Doch das Ergebnis der Umfrage des Krefelder Marktforschungsunternehmens MBmedien überrascht: Mehr als die Hälfte der interviewten IT-Entscheider gab an, kein komplettes IT-Outsourcing zu betreiben und dies auch mindestens in den nächsten sechs Monaten nicht tun zu wollen.

In der Studie von Januar 2007 hatte MBmedien 75 CIOs der Top-100-Unternehmen unter anderem zum Thema Outsourcing befragt. Danach hat fast ein Drittel der Befragten bis zu 50 Prozent der IT-Anforderungen ausgelagert. Lediglich sechs Prozent gehen sehr konsequent den Outsourcing-Weg: Sie haben über 75 Prozent ihrer IT-Ressourcen an Dritte übertragen oder die IT komplett ausgelagert. Immerhin haben 28 Prozent der befragten CIOs ihre Data-Center- inklusive Storage-Ressourcen zumindest großteils an Dritte vergeben. Das ist eine bemerkenswerte Quote, weil es sich hier um IT-Schlüsselfunktionen handelt.

Outsourcing beginnt mit Storage

Fakten zur Otto GmbH (Platz 32).
Fakten zur Otto GmbH (Platz 32).

Im Einklang damit stehen die 42 Prozent der Befragten, die sich intensiv mit dem Thema Storage-Outsourcing auseinandersetzen. "Die Auslagerung von Speichermedien ist für viele deutsche Großunternehmen ein erster markanter Schritt in Richtung umfangreiches Data-Center-Outsourcing", sagt Stefan Lüschow, Geschäftsführer von MBmedien.

Weniger überraschten die Angaben zu den Outsourcing-Partnern. Knapp ein Fünftel der Top-100-Unternehmen setzt beim Auslagern von EDV auf die konzerneigene IT-Tochter. Dieses Ergebnis deckt sich mit der weiten Verbreitung von IT-Tochterunternehmen in Branchen wie Bankwesen, Manufacturing und - in Sonderform - der öffentlichen Hand. Wenn Unternehmen auslagern, dann vertrauen weit mehr einem starken externen IT-Partner (22 Prozent), als dass sie mehrere Dienstleister mit Outsourcing-Services beauftragen (sieben Prozent).