Stiftung Datenschutz

Rechtsanwältin über den neuen Daten-TÜV

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Der Bundestag will bis Oktober eine "Stiftung Datenschutz" errichten. Rechtsanwältin Silvia Bauer über die Vorteile für Unternehmen und Kritik am Konzept.
"Wir erwarten, dass die Stiftung den Unternehmen endlich neutrale Audits bietet, die es den Firmen ermöglicht, damit auch zu werben", sagt Silvia Bauer, Rechtsanwältin und Partnerin bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft.
"Wir erwarten, dass die Stiftung den Unternehmen endlich neutrale Audits bietet, die es den Firmen ermöglicht, damit auch zu werben", sagt Silvia Bauer, Rechtsanwältin und Partnerin bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft.
Foto: Silvia Bauer

Die Stiftung Datenschutz war schon seit Jahren geplant. Jetzt endlich hat der Bundestag den entsprechenden Antrag der Regierungsfraktionen gebilligt. Sie soll möglichst zügig verbindliche Konzepte für Datenschutzaudits und ein deutschlandweit anerkanntes Datenschutzgütesiegel entwickeln. In der Praxis wird es aber wohl noch mindestens ein Jahr dauern, bis sich die ersten Unternehmen zertifizieren lassen können.

Unternehmen sollten allerdings schon jetzt die Stiftung als eine Chance begreifen und aktiv darauf hinarbeiten, sich offiziell zertifizieren zu lassen, sagt Silvia Bauer. Sie ist Rechtsanwältin und Partnerin bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft und berät Unternehmen im Datenschutzrecht sowie im Umgang mit Technologie und Telekommunikation.

Dank des neuen „Daten-TÜVs" könne das Vertrauen in ihre Produkte und Dienstleistungen wachsen. Daraus resultiere ein klarer Wettbewerbsvorteil, den sich die Unternehmen sichern sollten.

Reichlich Kritik am neuen Konzept

Kritik an dem Konzept gibt es momentan allerdings auch reichlich: Die einen bemängeln die finanzielle Ausstattung. Andere machen der Regierung den Vorwurf, die Stiftung sei nur ein Feigenblatt für eine ansonsten mangelnde Datenschutzpolitik. Spannend sei auf jeden Fall die Frage, ob diese Kritik ernst genommen und bei der Umsetzung des Konzepts berücksichtigt werden wird, sagt Bauer.