Editorial

Rein oder raus

03. Februar 2003
Heinrich Seeger arbeitet als IT-Fachjournalist und Medienberater in Hamburg. Er hat über 25 Jahre IT-journalistische Erfahrung, unter anderem als Gründungs-Chefredakteur des CIO Magazins. Er entwickelt und moderiert neben seiner journalistischen Arbeit Programme für Konferenzen und Kongresse in den Themenbereichen Enterprise IT und Mobile Development, darunter IT-Strategietage, Open Source Meets Business, droidcon und VDZ Tech Summit. Zudem gehört er als beratendes Mitglied dem IT Executive Club an, einer Community von IT-Entscheidern in der Metropolregion Hamburg.
Kontrovers und konfliktträchtig geht es zu in der ersten CIO-Ausgabe des neuen Kalenderjahres, das immerhin schon das dritte für uns ist.
Heinrich Seeger, Chefredakteur
Heinrich Seeger, Chefredakteur

Kontrovers und konfliktträchtig geht es zu in der ersten CIO-Ausgabe des neuen Kalenderjahres, das immerhin schon das dritte für uns ist.

Zum Ersten die Kontroverse: Ist es sinnvoll, mit der Kompetenz der IT-Mannschaft nicht nur intern, sondern auch für externe Kunden stabile Prozessunterstützung zu konkurrenzfähigen Kosten zu bieten? Die Titelgeschichte (ab Seite 12) erörtert Pro und Kontra der IT-Auslagerung in eine eigenständig operierende Gesellschaft und beschreibt die StrategienStrategien der DAX-Konzerne. Alles zu Strategien auf CIO.de

Der Trend geht zur Ausgründung, trotz der relativ schlechten Ergebnisse vieler flügge gewordener IT-Töchter. Namensgebend für die Geschichte war jedoch die Empfehlung von Sue Unger, CIO von Daimler-Chrysler: Festhalten! Ihre Befürchtung, an der das historische Debis-Beispiel aus dem Konzernteil Daimler mit schuld sein dürfte: Externe IT-Abteilungen entfernen sich zu weit vom Kerngeschäft.

Zum Zweiten das Konfliktfeld: "Should I stay or should I go?" Für Programmierer, Systemanalytiker oder Projektmanager - you name it - stellte sich diese Frage noch vor kurzem immer dann, wenn sie Jobangebote erhielten, was guten Leuten in besseren Zeiten oft passierte. Meist entschieden sie sich dann für "go", denn fast immer winkte ein satter Einkommenszuwachs. Wer heute einen Job hat, bleibt, wenn er darf, auch wenn das Realeinkommen durch geringere Zulagen sinkt und der StressStress wächst. IT- und Personalverantwortliche haben so die Chance, Budgetkürzungen durch Abschmelzen von Personalausgaben zu realisieren. Alles zu Stress auf CIO.de

Zu beneiden sind sie darum nicht. Denn abgesehen davon, dass es keinen Spaß macht, langjährige Mitarbeiter heimzuschicken, stellt sich für die IT-Verantwortlichen nun die Frage: "Who should stay and who must go?" Kein kleines Problem. Sich von High Potentials zu trennen gleicht einem Aderlass bei niedrigem Blutdruck: Es macht schwach und führt schlimmstenfalls zum Exitus. Analysen, Praxisbeispiele, Meinungen im Personalschwerpunkt.

Last but not least der Hinweis auf die Hamburger IT-Strategietage am 20. und 21. Februar. Das Motto des überregionalen Kongresses für IT-Entscheider aller Branchen: "Werte schaffen für das Business" (siehe Seite 8 und unter www.cio.de/strategietage).

Eine stets anregende Lektüre in einem guten Jahr wünscht

(Heinrich Seeger)