Best Practices für CIOs

Rekrutierungsstrategien für IT-Fachkräfte

02. August 2007
Von Nina Gut
IT-Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt wieder heiß umkämpft. Nach Jahren des Überangebots sind die IT-Leute wieder in einer guten Position und können die Einkommensforderungen nach oben schrauben. Auf der anderen Seite heißt das allerdings, dass die CIOs eine ausgeklügelte Taktik fahren müssen, um einen breit gefächerten Talent-Pool aufzubauen: Sie müssen IT-Studenten anlocken, die aktuellen IT-Fachkräfte fördern und Business Professionals anwerben. Das zeigt eine neue Studie des Marktforschers Forrester.
So sieht das Recruiting meistens aus: Jeder fischt im Trüben.
So sieht das Recruiting meistens aus: Jeder fischt im Trüben.

"Was runtergeht, geht manchmal auch wieder rauf", sagt Samuel Bright von Forrester, der die Studie erstellt hat. Laut einer Studie von Robert Half Technology planten 16 Prozent von 1.400 befragten CIOs, im ersten Quartal 2007 IT-Fachkräfte einzustellen. Nur zwei Prozent hatten vor, Personal abzubauen. Das ist der höchste Zuwachs an Neueinstellungen seit dem vierten Quartal 2001. "Es ist ein Verkäufermarkt", sagt Samuel Bright. IT-Fachkräfte haben mehr Optionen und sind somit wählerischer bei ihrer neuen Arbeitsstelle. Sie müssen besonders umworben werden. Die IT-Chefs stellen inzwischen fest, dass die Kandidaten nicht nur das GehaltGehalt, sondern auch die Kultur des Unternehmens, die Marke, die Aufstiegschancen, das technologische Profil und die Geschäftsbeteiligung in ihre Entscheidungsprozesse einbeziehen. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Die CIOs sehen sich auf der Suche nach den richtigen IT-Talenten derzeit mit unzähligen Herausforderungen konfrontiert: Sie sorgen sich wegen der beschränkten "Talent-Pipeline", weil immer weniger junge Leute eine IT-Karriere anstreben - und wenn sie es tun, dann arbeiten sie lieber für GoogleGoogle als für eine Unternehmens-IT-Organisation. Außerdem werden bald viele IT-Fachkräfte der "Baby-Boomer-Generation" in den Ruhestand gehen. Die "Talent-Pipeline" ist auch eingeschränkt, weil sich die Anforderungen verändern. Viele IT-Organisationen wollen sich von techniklastigen Kostenverursachern zu Beratern für Geschäftsprozesse wandeln. Das erfordert einen neuen Typ von IT-Kraft, der technische Vielseitigkeit, zwischenmenschliche Fähigkeiten und unternehmerisches Wissen mitbringt. Alles zu Google auf CIO.de

Anforderung und Bewerber passen oft nicht zusammen

Es gibt noch weitere Probleme, die die CIOs derzeit bei der Rekrutierung haben: Oft passen Lebenslauf und Fähigkeiten der Bewerber nicht zum Anforderungsprofil. Die CIOs fürchten außerdem, dass das Lohngefüge durcheinander gerät, wenn für neue IT-Kräfte viel Geld bezahlt wird. Darüber hinaus sind sie frustriert von den Personalagenturen, deren Effizienz sie bezweifeln. Die Headhunter haben vor allem zu wenig Ahnung von der IT-Kultur und nehmen die Kandidaten zu wenig unter die Lupe. Auch die geografische Lage macht vielen CIOs einen Strich durch die Rechnung, weil viele gute Kandidaten nicht umziehen möchten.

Meistens konzentrieren sich die CIOs darauf, Professionals von anderen IT-Organisationen abzuwerben. Dabei ist der Talent-Pool größer: Er umfasst auch Studenten und aktuelle IT- sowie Business Professionals. Allerdings verlegen sich nur wenige IT-Organisationen auf diese Zielgruppen. Strukturelle und empfundene Barrieren verhindern den Kontakt zu diesen beiden Gruppen.