Analysten beschwören Potenzial der Tags und Chips

RFID - das neue Business Intelligence Tool?

26. Februar 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
An diesen vier Buchstaben scheiden sich die Geister: Die Einen halten RFID für tot, die anderen sehen darin den neuen Umsatzbringer. So ordnen die Analysten von Aberdeen die Tags und Chips schon fast in die Kategorie Business Intelligence ein, wie sie in einer Studie ausführen.
Die Ziele des RFID-Einsatzes aus Sicht von Industriefirmen.
Die Ziele des RFID-Einsatzes aus Sicht von Industriefirmen.

RFID kann sehr viel mehr, als Pakete im Lager zu orten und Waren durch die Lieferkette zu begleiten. Die Transparenz von Geschäftsprozessen steigern und Produkt-Piraterie verhindern zum Beispiel. Das Potenzial von RFID ist groß, so Aberdeen. Es hängt nur davon ab, wie die Technologie eingesetzt wird.

Die Autoren der Analyse klassifizieren die Studienteilnehmer je nach Erfolg in "Best in class", Durchschnittsfirmen und "Trödler" (Laggards). Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede: Sämtliche BiCs konnten die Fehlerraten in ihren Abläufen um mindestens ein Fünftel verringern. Unter den Durchschnittsfirmen gelang das nur 62 Prozent - und von den Trödlern gar keinem.

Gleichzeitig haben sämtliche "Best in Class"-Unternehmen die Durchlaufleistung um mindestens ein Zehntel gesteigert. Von den Mittelklassefirmen haben das nur zehn Prozent, von den Nachzüglern nur vier Prozent geschafft. Und während 81 Prozent der Musterschüler die Personalkosten um mindestens 15 Prozent gesenkt haben, sind es im Schnitt nur 21 Prozent. Bei den Laggards ist es gerade mal ein Prozent der Unternehmen.

Die Antwort auf die Frage nach den Ursachen für so gravierende Unterschiede klingt lapidar: Offenbar wissen die "Best in Class"-Entscheider, wer ihnen bei der Suche nach der passenden RFID-Lösung helfen kann. Jedenfalls gibt die große Mehrheit von 69 Prozent der BiCs an, sich auf ihr Beziehungsgeflecht zu verlassen. Es scheint sich zu lohnen, die richtigen Freunde mit dem richtigen Herrschaftswissen zu haben. Umgekehrt heißt das für die Verkäufer: Sie müssen sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda ins Gespräch bringen.

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