Experten kritisieren einseitige Fixierung auf Funktionalität

RFID entwickelt sich zum Sicherheitsrisiko

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Das bekannteste Opfer heißt David Beckham: Gleich zweimal binnen sechs Monaten wurde ihm von High-Tech-Dieben das Auto geklaut. Die Diebe hatten die Daten des RFID-Autoschlüssels gehackt. Kein Wunder, so Marco di Filippo vom Anbieter Visukom. Bei RFID stehe die Sicherheit zu stark im Hintergrund.

Eintrittskarten, Geldscheine, Ausweise - RFID ist allgegenwärtig. Marco di Filippo nennt denn auch die Zahl von drei Milliarden US-Dollar, die bis zum Jahr 2010 mit den Chips umgesetzt werden sollen.

Di Filippo sorgt sich nun nicht nur um geklaute Promi-Karossen, sondern vor allem um die Privatsphäre des Einzelnen. Schließlich ist über die Technologie nicht nur die Identifikation und Lokalisierung von Menschen möglich, sondern auch das automatische Erfassen und Speichern von Daten. Durch den Einsatz der unsichtbaren Sender hat der Einzelne keinen Einfluss mehr darauf, welche Informationen über ihn preisgegeben werden.

Visukom übt sich nun in Schwarzmalerei und entwirft ein Horror-Szenario, wonach "nahezu jeder zum Opfer von Tracking-Maßnahmen werden und so überall identifiziert und unbemerkt verfolgt werden" könne. Voraussetzung ist allerdings, dass die Lesegeräte miteinander verbunden sind.

Glaubt man di Filippo, stehen im Internet immer mehr entsprechende ToolsTools zur Verfügung, die von Script-Kiddies "auf einfache Weise zu bedienen sind". Die derzeit am Markt erhältlichen Schutzhüllen verhinderten zwar das Auslesen der Chips, seien aber für Zutrittskontroll-Systeme unbrauchbar. Letztlich bleibe den Herstellern nur der Weg der Verschlüsselung. Alles zu Tools auf CIO.de