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Risiko Privat IT – von CIOs erlaubt

15. Februar 2012
Von Kolja Kröger
Willi Backhaus von Avanade war selbst überrascht: CIOs halten Privat-IT für ein Risiko - und erlauben sie laut Umfrage doch. Die Vorteile seien einfach zu groß.
Willi Backhaus von Avanade vermutet, dass der Nutzen privater iPhones im Unternehmen so groß ist, dass er die möglichen Gefahren aufwiegt.
Willi Backhaus von Avanade vermutet, dass der Nutzen privater iPhones im Unternehmen so groß ist, dass er die möglichen Gefahren aufwiegt.
Foto: Avanade

"CIOs wägen sehr gut ab - welche Risikopotenziale sie bei Consumer-IT sehen und welchen Nutzen." So erklärt sich Willi Backhaus von Avanade den augenscheinlichen Widerspruch, der in einer aktuellen Studie seines Beratungshauses zu Tage trat, über deren Ergebnisse wir kürzlich berichtet haben: Vier von fünf IT-Entscheidern sehen in privaten SmartphonesSmartphones und TabletsTablets das größte Sicherheitsproblem für die Unternehmens-IT, sie fürchten Security-Verstöße der Mitarbeiter (73 Prozent) und Datenverlust (47). Sogar zwei Drittel von ihnen könnten sich ein Verbot von Consumer-Geräten für geschäftliche Zwecke vorstellen. Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de

Und doch erlauben fast alle ihren Mitarbeitern diese Nutzung ihrer iPhones, iPads oder Android-Geräte im Business-Einsatz. Die Firmen beteiligen sich sogar an den Kosten (bei Smartphones: 50 Prozent; bei Tablets: 40 Prozent), wenn sie sie nicht sogar komplett bezahlen (Smartphones: 27 Prozent; Tablets: 32 Prozent). Consumer-IT etabliert sich also, auch in Deutschland. In einem Jahr wird sie sich vollständig durchgesetzt haben, glaubt fast die Häfte aller befragten deutschen IT-Entscheider.

Consumer-IT sorgt für mehr Produktivität

Die Erklärung von Willi Backhaus, Director Workplace Enablement Services ASG bei Avanade: "Die IT-Entscheider erkennen, dass mittlerweile der Nutzen das Risiko überwiegt." Es habe ihn dennoch sehr überrascht, wie weit typische Business-Anwendungen schon auf privaten Endgeräten verbreitet seien. CRM-Systeme kommen in Deutschland auf 39 Prozent, ERP-Programme auf auf 32. Weit vorne, mit 89 Prozent, liegt aber nach wie vor der Zugriff auf E-Mails.

"Der wesentliche Unterschied ist aber: Die Mitarbeiter sind überall und zu Zeiten erreichbar, zu denen sie früher nicht gearbeitet hätten." Das betont etwa die Hälfte der deutschen Befragten. Die dadurch gesteigerte Produktivität sehen die deutschen IT-Entscheider als größten Vorteil - noch vor einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit.