Frauen und Technik

Rollenklischees bremsen Wandel in der Arbeitswelt

13. Oktober 2016
Mädchen haben im Schnitt bessere Schulnoten als Jungen, machen häufiger Abitur und werden von vielen Unternehmen umworben. Trotzdem bleiben viele technische Berufe in Deutschland eine Männerdomäne. Das Problem beginnt oft schon im Elternhaus.

Die Jobaussichten sind glänzend, und der Verdienst stimmt - trotzdem machen viele Mädchen und junge Frauen in Deutschland noch immer um technische Berufe einen großen Bogen. Dabei dürfte der Bedarf an Softwareentwicklern, Informatikern, Elektrotechnikern und anderen technischen Jobs in der digitalen Produktions- und Arbeitswelt künftig noch deutlich steigen. Höchste Zeit also, alte Rollenklischees über Bord zu werfen, sagen Experten.

Die Jobaussichten sind glänzend, und der Verdienst stimmt - trotzdem machen viele Mädchen und junge Frauen in Deutschland noch immer um technische Berufe einen großen Bogen. Veranstaltung wie der "Grils Day" bei Volkswagen sollen das ändern.
Die Jobaussichten sind glänzend, und der Verdienst stimmt - trotzdem machen viele Mädchen und junge Frauen in Deutschland noch immer um technische Berufe einen großen Bogen. Veranstaltung wie der "Grils Day" bei Volkswagen sollen das ändern.
Foto: Volkswagen AG

Schon seit rund 15 Jahren buhlen Unternehmen und Wirtschaftsverbände bei jährlichen Girl's Days und bei vielen anderen Aktionen um den weiblichen Nachwuchs. Zuletzt entschieden sich zwar etwas mehr junge Frauen für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium, doch vor allem in vielen technischen Ausbildungsberufen herrscht nach wie vor Frauenmangel, wie etwa aus der Studie "MINT Nachwuchsbarometer" der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Körber-Stiftung hervorgeht.

Das liegt wohl zuallererst an den Hürden in den Köpfen. Schon in der Schulzeit wird Mädchen der Studie zufolge in der Familie und im Freundeskreis fünf Mal häufiger von einer technischen Ausbildung abgeraten - mit entsprechenden Folgen: Viele Mädchen und junge Frauen trauen sich gar nicht erst zu, in technischen Disziplinen beruflich Fuß zu fassen.

Mehr als ein Drittel der Schülerinnen, die sich gegen eine solche Ausbildung entschieden, geben als Grund die "Entmutigung durch ihr soziales Umfeld" an. Und auch bei den gleichaltrigen Kollegen können junge Frauen nicht immer auf Unterstützung hoffen: Gut ein Fünftel der männlichen Azubis in technischen Berufen glaubt, dass Frauen das Verständnis, Geschick und die körperlichen Voraussetzungen dafür fehlten.

Das ist aber Unsinn, weiß man beispielsweise bei Siemens. Auch der Elektrokonzern bekommt alljährlich die Zurückhaltung des weiblichen Nachwuchses zu spüren, wenn es um Berufe wie Mechatroniker oder Elektroniker geht. Gut 1900 junge Leute haben bei Siemens in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen, der Frauenanteil lag bei knapp 21 Prozent und in technischen Berufen wiederum bei 12,7 Prozent.

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