Schrumpfkur

Royal Bank of Scotland will Investmentbanking weiter verkleinern

25. Juli 2013
Die größtenteils verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) steht einem Pressebericht zufolge vor neuen harten Einschnitten beim Investmentbanking.

Das Institut prüfe, die Sparte mit dem Firmenkundengeschäft zu fusionieren, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Im vergangenen Jahr hatte die Bank bereits das Geschäft mit Aktien und Übernahmen eingestellt. Übrig sind im Investmentbanking noch die Bereiche Anleihehandel, Risikomanagement und Zahlungsabwicklung.

Mit dem neuerlichen Einschnitt könnte sich die Bank laut der Zeitung vor allem teure Spitzenmanager sparen. Damit würde sie die Politik besänftigen, der die hohen Gehälter und Bonuszahlungen der Investmentbanker ein Dorn im Auge sind. Eine endgültige Entscheidung gibt es dem Blatt zufolge nicht. Zunächst müsse ein Nachfolger für den zum Jahresende scheidenden Vorstandschef Stephen Hester gefunden werden.

Die Royal Bank of Scotland war in der Finanzkrise 2008 knapp an der Pleite vorbeigeschrammt und musste mit 45 Milliarden britische Pfund staatlicher Hilfe gerettet werden. Seitdem gehört sie zu 81 Prozent dem Staat. Wann ein Verkauf des Anteils möglich ist, ist noch völlig offen. Ein Gewinn für den Steuerzahler ist derzeit nicht in Sicht.

Die Bank kommt kaum aus den Negativschlagzeilen heraus. Sie war in den Skandal um die Manipulation des Libor-Zinssatzes ebenso verwickelt wie in die Affäre um Falschberatung von Kunden bei Kreditausfallversicherungen. Das alles führte wiederholt zu hohen Verlusten. Hester hatte 2008 das Ruder übernommen. Seitdem schrumpfte die Bilanzsumme um fast eine Billion Pfund. Die Bank baute zudem weit über 35.000 Stellen ab. (dpa/rs)

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