Agenda 2007 und Trends

Ruckzuck beim Business

29. Dezember 2006
Von Andreas Schmitz
Eine flexible IT ist eine große Chance für den CIO, das Buhmann-Image abzulegen. Als wichtigster Treiber gilt die Service-orientierte Architektur. Mit SOA lässt sich der Wunsch des Business schneller und unbürokratischer erfüllen als bisher.

Kosten runter, effizienter und schneller werden: So beschreibt Matthias von Bechtolsheim die bevorstehenden Aufgaben des CIOs. Entsprechend hat der Leiter Information Management für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim Beratungshaus AD Little die Schlagworte bereits anvisiert, die dem CIO Kopfzerbrechen bereiten – noch immer Brot-und-Butter-Themen wie KonsolidierungKonsolidierung und StandardisierungStandardisierung, aber zunehmend SOA und On-Demand, die die IT wendiger machen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de Alles zu Standardisierung auf CIO.de

Flexibel sein und schnell reagieren

Im Unterschied zu den Jahren zuvor hat das Thema Flexibilität Fahrt aufgenommen. „Die wirtschaftliche Lage war schlecht. Jetzt bauen CIOs ihren aufgestauten Projektbedarf ab“, sagt von Bechtolsheim. Und das bedeutet für die CIOs, dass sie bei neuen Projekten und neuem Bedarf aus dem Business nicht lange fackeln sollten. Entsprechende Strukturen muss der CIO schaffen.

Auf der Ressourcenseite bedeutet das, On-Demand stärker einzubinden. „In Hinblick auf den Einkauf von Speicher- und Rechnerkapazitäten werden Unternehmen ihre fixen Kosten zunehmend in variable umwandeln“, ist Andreas Burau, Vorstand der Experton-Group, überzeugt. Im Vergleich zu Briten und US-Amerikanern sei das Thema Software-asa-Service (SaaSSaaS) noch fast gar nicht im hiesigen IT-Management angekommen. SaaS ermöglicht es Unternehmen, im Netz bereitgestellte Software bei Bedarf für eine begrenzte Zeit zu nutzen. Weiter ausbaufähig ist die VirtualisierungVirtualisierung. Speicher und Rechner lassen sich virtuell zuweisen, und so kann man die Gesamtleistung der Systeme besser ausnutzen. Alles zu SaaS auf CIO.de Alles zu Virtualisierung auf CIO.de

Für die Anwendungsseite lässt sich Flexibilisierung auf drei Buchstaben konzentrieren: S–O–A, kurz für Service-orientierte Architektur. „Stark verhypt“ sei das Thema, mahnt zwar AD-Little-Mann von Bechtolsheim: „Da ist heute noch oft der Wunsch Vater des Gedankens.“ Und der Berater verweist auf Bereiche wie das Rechnungswesen, in dem sich Prozesse kaum verändern ließen. Bei Themen wie Information Lifecycle Management und CollaborationCollaboration mit „viel Flexibilisierungsbedarf“ mache SOA jedoch schon bald Sinn. Im Prinzip ist SOA ein einfach zu bedienender Service-Baukasten, „eine Art individualisierte Massenfertigung für IT-Services“, wie Bernhard Holtschke SOA treffend bezeichnet. Der Accenture-Partner erwartet für das Thema in den nächsten zwei Jahren „einen richtigen Schub“, Experton-Mann Burau gar „einen Durchbruch“ für 2008. „Die IT versetzt sich mit SOA in die Lage, Anforderungen aus dem Business zeitnah und kundenorientiert umsetzen“, benennt Vice President Jörg Jeschke vom Berater Capgemini einen wichtigen Vorteil. Zuletzt könne es gar „das Ende des Buhmann-Images der IT“ bewirken. Holtschke von Accenture ist da zunächst vorsichtiger: „Man kann relativ schnell einzelne SOA-Fähigkeiten schaffen“, so Holtschke. „SOA-Anwendungen unternehmensweit im Backend zu implementieren ist allerdings eine große Investition.“ Die wird, so eine aktuelle Studie über High-Performance-IT von Accenture, in den kommenden zwei Jahren jedoch weitaus öfter getätigt werden als heute: Während derzeit 30 Prozent der 255 telefonisch und 22 in Einzelinterviews befragten IT-Manager SOA bereits als „voll integrierte Service-orientierte Systemarchitektur“ ansehen, sollen es Mitte 2008 bereits 74 Prozent sein. Klar ist: „SOA soll flexibel und schnell die Business-Prozesse unterstützen“, sagt Capgemini-Berater Jeschke, der als Beispiele für hohe Flexibilität das Auktionshaus eBay, Spürnase GoogleGoogle, Buchhändler AmazonAmazon, Musikhändler AppleApple iTunes und Zune von MicrosoftMicrosoft nennt. „Diese Unternehmen schaffen es, sehr schnell auf ihre Kunden zu reagieren und immer neue Geschäftsideen zu entwickeln.“ Jeschke prognostiziert, dass sich dieses Tempo auch auf andere Industrien übertragen wird. Der Umbau für mehr Flexibilität schafft Geschwindigkeit in den Prozessen. SOA kann sich hier zu einem nützlichen Werkzeug entwickeln. Einen interessanten Nebeneffekt eines funktionsfähigen SOA-Konzeptes erwartet Jeschke für die Beziehung zwischen Business und IT, weil die IT die Business-Anforderungen nun schneller umsetzen kann. Alles zu Amazon auf CIO.de Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Collaboration auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de