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S&P stuft Twitter-Anleihe auf Ramsch-Niveau ab

16. November 2014
Die erste Anleihe hat Twitter im September 1,8 Milliarden Dollar eingebracht - und jetzt auch ein mieses Kreditrating. Eine Bonitätsnote auf Ramsch-Niveau ist zwar nicht dramatisch, versetzt dem Kurznachrichtendienst aber einen schmerzhaften Dämpfer.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat eine Milliarden-Anleihe von TwitterTwitter auf Ramsch-Niveau bewertet. Die Kreditwächter gaben den Verbindlichkeiten des Kurznachrichtendienstes am Donnerstag die Bonitätsnote "BB-". Damit liegt die Kreditwürdigkeit im sogenannten Ramsch-Bereich, mit dem Ratingunternehmen spekulative Anlagen kennzeichnen. Die Bewertung der Anleihe beeindruckte auch die Börsianer: Die Twitter-Aktie fiel am Donnerstag um fast sechs Prozent. Der Ausblick für das Rating ist allerdings stabil, so dass zunächst keine Abstufungen drohen. Alles zu Twitter auf CIO.de

S&P-Analyst Andy Liu warnte, Twitter investiere "sehr aggressiv" in Wachstum. Bis das Unternehmen seinen Schuldendienst mit Erträgen aus dem operativen Geschäft stemmen könne, dürfte es jedoch noch bis 2016 dauern. Twitter hatte im September seine erste Anleihe aufgelegt und damit 1,8 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Die Nachfrage nach den festverzinslichen Papieren war hoch. Die Aktien von Twitter verloren seit Jahresbeginn fast 40 Prozent an Wert.

Twitter hatte zuletzt mit einem weiteren hohen Quartalsverlust und mäßigem Wachstum der Nutzerzahlen enttäuscht. Am Mittwoch versprach das Management diverse Neuerungen, um den Dienst zu verbessern, Neueinsteigern den Zugang zu erleichtern und damit das Wachstumstempo anzukurbeln. Die Aktie war daraufhin zunächst um acht Prozent hochgesprungen.

S&P errechnet Kreditratings bei Anleihen ab einer Milliarde Dollar. Die Bonitätsnote "BB-" ist nicht ungewöhnlich oder dramatisch: S&P hatte sie etwa 2011 auch dem Online-Videodienst Netflix gegeben, der sich seitdem stark entwickelt hat. Zugleich schränkt eine solche Bewertung Geschäfte mit Schuldpapieren eines Unternehmens stark ein: Viele große Player auf dem Markt dürfen grundsätzlich nicht in Anleihen mit Ramsch-Rating investieren.

S&P betonte zugleich, dass die Ratingagentur mit einem schnellen Wachstum von Twitter rechne und verwies auf die Finanzreserven von 3,6 Milliarden Dollar. (dpa/rs)

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