Risiko von Pannen wächst

SaaS scheitert an steigender Komplexität

23. November 2009
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Weil Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen immer mehr Features bieten, wird ihre Nutzung komplizierter. CIOs müssen peinlich genau auf Dokumentation, Erstellung von Skripten und Testing achten.

Von wegen Zeit sparen: Der praktische Umgang mit Software as a Service (SaaS) wird immer komplizierter. Das ist die Kehrseite der zunehmenden Reife von SaaS-Anwendungen. Diese These vertritt Gary Hamilton vom Berater Acumen Solutions in unserer US-Schwesterpublikation Network World.

Hamilton beobachtet, dass beispielsweise Salesforce.com mittlerweile vollwertige Plattformen anbietet. So beinhalten die Anwendungen automatisierte E-Mail und Web Feeds oder Web-Service-Integration in Echtzeit. Mit steigender Komplexität der Anwendungen wächst das Risiko, dass schon kleine Veränderungen geschäftskritische Prozesse durcheinanderbringen oder die Applikation nicht mehr funktioniert.

Insgesamt fällt also der zeitliche Vorteil, dass die SaaS-Applikation nicht wie eine klassische Kauf-Software implementiert werden muss, mittlerweile weg. Hamilton nennt folgende Knackpunkte:

  • SaaS-Administratoren kennen sich zu wenig mit Konfiguration und der Release-Management-Praxis des Unternehmens aus,

  • das Implementieren einer Anwendung erfordert oft sowohl manuelle als auch automatisierte Schritte,

  • die Integration von SaaS muss mit den Releases von Legacy-Systemen synchronisiert werden und

  • Code, Konfiguration, Implementierungs-Skripten und manuelle Checklisten müssen ins Quellcode-Verzeichnis eingecheckt werden.