SAP will SAP SI zu 100 Prozent übernehmen

SAP auf dem Weg zum Integrator

24. März 2004
Das Softwareunternehmen SAP will seinen Anteil bei der Tochter SAP Systems Integration (SI) von 70 auf 100 Prozent aufstocken. Die Walldorfer positionieren sich damit als Komplettanbieter. Ein Börsen-Delisting von SAP SI ist wahrscheinlich.

SAP biete allen außenstehenden Aktionären der Beratungs- und Dienstleistungstochter 20,40 Euro je Aktie, teilte das Unternehmen mit. Der Angebotspreis liegt damit rund 35 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag (15,12 Euro). Zurzeit hält SAPSAP 70 Prozent an der Dresdner Tochter. Für die restlichen 30 Prozent zahlt SAP somit einen Preis von rund 220 Millionen Euro. Der Emissionskurs am 13. September 2000 betrug 19 Euro. Der Vorstand der Dresdner SAP SI unterstützt die geplante Transaktion der SAP AG. Alles zu SAP auf CIO.de

SAP SI-Zentrale in Dresden.
SAP SI-Zentrale in Dresden.

SAP begründet den Schritt mit der "großen Marktakzeptanz" von SAP Netweaver. Die Integrations- und Anwendungsplattform für alle SAP-Lösungen und Lösungen anderer Anbieter erlaube eine Vereinheitlichung des SAP-Beratungsangebots.

Für Andreas Bitterer, Analyst bei der Metagroup, handelt es dabei jedoch höchstens um eine gewünschte Marktakzeptanz von Netweaver. Nach der Einführung von MySAP sei Netweaver die zweite große Neuerung der Walldorfer, an die sich viele Anwender nur zögerlich herantrauten.

Vielmehr sieht er den Grund für die komplette Übernahme von SAP SI darin, dass SAP sich stärker auch als Integrator seiner Lösungen aufstellen will. Bislang verdienen Dienstleister wie Accenture, KPMG oder IBMIBM an der Integration von SAP. Die Dresdner SAP SI scheiterte in der Vergangenheit trotz Firmenkäufen daran, zu einem großen Spieler im Riesengeschäft Integration aufzusteigen. Alles zu IBM auf CIO.de

Die vollständige Übernahme von SAP SI bedeutet auch einen Seitenhieb auf Softwareanbieter OracleOracle. Das kalifornische Unternehmen aus Redwood Shores ist nun der letzte große Softwareanbieter ohne eine eigene Integrationssparte. Alles zu Oracle auf CIO.de