Keine Entlassungen geplant

SAP lagert seine IT teilweise nach Indien aus

01. Dezember 2004
Von Michael Kallus
Der Software-Konzern SAP will künftig Teile seiner im eigenen Konzern eingesetzten Software nicht mehr selbst warten, sondern sucht dafür einen indischen IT-Dienstleister. Das betrifft auch Teile der hauseigenen SAP-Systeme, berichtet das Handelsblatt.

"Wir sind derzeit dabei, mehrere Anbieter zu vergleichen", bestätigte ein SAP-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt. Die Verlagerung betrifft rund 200 Funktionen wie Nutzerverwaltung und Anpassung (Updates) für einen Teil der Systeme. Bislang werden die Systeme von SAP-Mitarbeitern am Standort St. Leon Rot bei Walldorf gepflegt.

Insgesamt habe SAP in diesem Jahr rund 500 Mitarbeiter in Deutschland eingestellt, so der Vorstandschef von SAP zum Handelsblatt.
Insgesamt habe SAP in diesem Jahr rund 500 Mitarbeiter in Deutschland eingestellt, so der Vorstandschef von SAP zum Handelsblatt.

Während SAPSAP die Hardware weiter betreibt, sollen indische Systemadministratoren künftig per Datenleitung Zugang zu den SAP-Systemen erhalten. Dabei gehe es um keine unternehmenswichtigen Funktionen, so ein Sprecher zum Handelsblatt. Wie viel SAP sparen möchte, wollte der Konzern im Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen nicht bekannt geben. Alles zu SAP auf CIO.de

Allerdings soll es keine Entlassungen geben. Betroffen sind rund 70 Mitarbeiter, die meisten sollen in der IT-Abteilung der SAP Beratungsaufgaben übernehmen. Dazu sollen sie umgeschult werden.

SAP will die meisten betroffenen Mitarbeiter umschulen.
SAP will die meisten betroffenen Mitarbeiter umschulen.

Der Weg führt nach Bangalore und Prag

Das Handelsblatt vermutet, dass die Experten für die Pflege der SAP-Systeme rund um die südindische Stadt Bangalore sitzen werden. Bereits im Sommer hatte SAP angekündigt, dort bis Ende 2006 rund 1900 weitere Programmierer einzustellen und damit die Entwicklungskapazität zu verdoppeln. In Bangalore ist in den vergangenen Jahren eine IT-Service-Branche entstanden, die 16 Milliarden Dollar pro Jahr umsetzt und um 30 Prozent jährlich wächst.

Im Oktober hatte SAP bereits mitgeteilt, Teile der Buchhaltung und der Gehaltsabrechnung nach Prag auszulagern. Das neue Zentrum soll noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen.

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