Preiserhöhung für 2010 angekündigt

SAP-Schweiz versetzt Kunden in Aufruhr

12. Oktober 2009
Riem Sarsam ist IDG-Redakteurin und leitet verantwortlich das CIO Leadership Excellence Program (LEP), eine exklusive Fortbildung für IT-Manager, gemeinsam veranstaltet von CIO und der WHU – Otto Beisheim School of Management .
Die Schweizer Kunden der SAP toben. Sie haben vor wenigen Tagen den Bescheid über die Erhöhung ihrer Wartungsgebühren erhalten. An die Vereinbarung, nach der das Ergebnis aus einem Service-Benchmarking über die nächste Verteuerung entscheidet, wollen sich die Walldorfer hier nicht erinnern.

Unter den SAP-Kunden im deutschprachigen Raum sind die Schweizer nun doppelt gelackmeiert. Zuerst nimmt SAPSAP die Zwangsumstellung auf den kostspieligeren Enterprise-Support-Preis nur für Österreich und Deutschland zurück, jetzt haben die Eidgenossen auch in Bezug auf die nächste Verteuerung das Nachsehen. Alles zu SAP auf CIO.de

Ende September lag im Briefkasten der Schweizer Kunden ein Schreiben ihrer SAP-Landesgesellschaft, in der diese ihnen mitteilt, dass "der Enterprise Support Faktor für den […] Pflegevertrag […] mit Wirkung zum 1. Januar 2010 auf 18,9 % erhöht" wird. Die Reaktion auf den Brief ist eindeutig: "Die Kunden sind einmal mehr enttäuscht", sagt Peter Hartmann, Sprecher der IG Wartung, einem Zusammenschluss von 50 Schweizer SAP-Kunden, die gemeinsam ihre Interessen gegenüber SAP vertreten.

Nicht nur, dass SAP diesen Schritt getan hat, auch dass - vor allem nach dem kommunikativen Desaster 2008 - der Konzern seine Kunden nicht einmal warnte, ist ärgerlich. "Es ist schade, dass man auch hier nicht schon im Vorfeld Bescheid gegeben hat, dass sich der Zeitplan für die Ergebnisse des Benchmark geändert hat", so Hartmann. "Mit anderen Worten: Die Kommunikation lässt zu wünschen übrig."

SAP bricht mit dieser Preisforderung sein Versprechen gegenüber ihren Schweizer Kunden - und zwar ohne ersichtlichen Grund. Man habe lediglich ein Standardschreiben verschickt, wie es in jedem Jahr der Fall sei, reagiert die Schweizer Gesellschaft. Das Versprechen habe schließlich nicht die SAP gegeben, sondern die Anwendervereinigung SUGEN. Außerdem werde man sich auch an die Abmachung halten: "Stellt sich heraus, dass der im Benchmarking gemessene Mehrwert von Enterprise Support nicht in der angekündigten Höhe bei den Kunden aufschlägt, müssen diese auch nicht die Preiserhöhung bezahlen", sagt Holger Rungwerth, Pressesprecher SAP Schweiz. "Die Rechnungen, die wir ja erst im Januar verschicken, werden dies berücksichtigen."

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