Industrie 4.0

SAP und Bosch vereinbaren Partnerschaft für Internet der Dinge

21. September 2016
SAP und Bosch wollen bei der vernetzten Produktion und intelligenten Maschinen künftig enger zusammenarbeiten.
Bosch-Chef Volkmar Denner
Bosch-Chef Volkmar Denner
Foto: Robert Bosch GmbH

Das gemeinsame Vorgehen soll unter anderem Fertigungs- und Logistikprozesse beschleunigen und die Sicherheit sowie Qualität von Produkten und Services für Kunden erhöhen. "Um die großen Potenziale der vernetzten Industrie noch besser auszuschöpfen, müssen internationale Unternehmen stärker als bisher und mit offenen Standards kooperieren", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner am Mittwoch in St. Leon-Rot. „Neue Lösungen mit hohem Kundennutzen entstehen nur, wenn Unternehmen sich auf ihre Stärken und Kernkompetenzen konzentrieren und gleichzeitig ihre jeweiligen Kräfte bündeln“, ergänzte Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP, verantwortlich für Produkte und Innovation.

Bei der nun angekündigten Partnerschaft wollen SAPSAP und BoschBosch zentrale Datenspeicher (CloudCloud) und Softwarelösungen teilen. So sollen Bosch IoT Microservices auf der SAP HANA Cloud Plattform zur Verfügung gestellt werden, um unterschiedliche Geräte und Komponenten verknüpfen zu können. Dazu zählt, Fahrzeuge, Produktionsmaschinen oder Werkzeuge sicherer und effizienter an unterschiedliche und vorzugsweise offene Plattformen anbinden zu können. Top-500-Firmenprofil für Robert Bosch GmbH Alles zu Cloud Computing auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Mehr Sicherheit und Effienz im Fokus

Das Bosch IoT-Projekt Track and Trace
Das Bosch IoT-Projekt Track and Trace
Foto: Bosch

Konkret wird das Zusammenspiel der beiden Unternehmen am Beispiel von Positionsdaten für Gabelstapler sowie mehr Transparenz und Effizienz in der Logistik. In dem schon bestehenden Testbed „Track&Trace“ – koordiniert vom IIC – lässt sich nun beispielsweise die Position von Gabelstaplern in großen Lagern, Flugzeughallen oder auf Betriebsgeländen in Echtzeit und zentimetergenau bestimmen.

Die Lokalisierung übernimmt das von Bosch gegründete Start-up Zeno Track mithilfe von Kameras, GPS, Laserscanner, Funkwellen und einem vernetzten Bewegungssensor. Die Positionsdaten werden über die Bosch IoT Cloud ins Flottenmanagementsystem SAP Vehicle Insights übertragen. Damit lassen sich Fahrzeugflotten intelligent steuern, um Transportaufträge oder Wartungstermine bestmöglich zu planen und zu erfüllen. Der Aufwand sinkt, die Effizienz steigt.

Die Kooperation zwischen Bosch und SAP zeigt, wie das Zusammenspiel von Sensoren und Software über die Grenzen von Unternehmen hinweg neue Services ermöglicht. Plattformtechnologien sind Bausteine für Internet der Dinge Darüber hinaus streben beide Unternehmen weitere Lösungen an, etwa beim automatisierten und vernetzten Fahren. Stets entstehen große Datenmengen, die rasch und zuverlässig ausgewertet werden müssen.

„Datenbanken und Plattformtechnologien sind Grundbausteine für neue Lösungen im Internet der Dinge und in der Industrie 4.0. Diese möchten wir Kunden, Partnern und Anwendern weltweit zur Verfügung stellen“, sagte Leukert. „Bosch bringt seine breite Erfahrung mit Sensorik in den Bereichen Mobilität, Fertigung, Gebrauchsgüter sowie in der Vernetzung von Geräten mit. Die Kombination von alledem soll dazu beitragen, dass unsere Kunden neue Umsätze generieren können“, betonte Denner.

An dem SAP-Standort findet zum ersten Mal auf deutschem Boden ein Treffen des Industrial Internet Consortium (IIC) statt, das sich für eine einheitliche Herangehensweise beim Thema Industrie 4.0 einsetzt. Die in den USA gegründete Initiative, die von Konzernen wie Cisco und IBM ins Leben gerufen wurde, arbeitet seit dem Frühjahr mit der deutschen Plattform Industrie 4.0 zusammen, um gemeinsame Rahmenregeln und Standards zu entwickeln.

Standards und sogenannte Referenzarchitekturen seien eine notwendige Voraussetzung für den flächendeckenden Einsatz von Industrie 4.0Industrie 4.0, sagte Denner. "Dabei haben sich gemeinsame, sogenannte Testbeds bewährt, in denen Partner das Zusammenspiel von Sensoren, Maschinen, Software und Cloud-Technologie erproben, um daraus Standards abzuleiten", erklärte SAP-Produktvorstand Bernd Leukert. Alles zu Industrie 4.0 auf CIO.de

(Mit Material von dpa)

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