Software-Entwicklung ebenfalls auf dem Prüfstand

SAP verlagert Teile der Verwaltung nach Tschechien

07. Oktober 2004
Von Michael Kallus
SAP plant, Verwaltungsaufgaben wie Lohnbuchhaltung oder Reisekostenabrechnung aus der Konzernzentrale in Walldorf nach Prag zu verlagern. Dadurch seien 1300 Stellen gefährdet, befürchtet die IG-Metall. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Es wird keinen Arbeitsplatzabbau in großem Stil geben, betonte ein Sprecher von SAPSAP gegenüber der FAZ. Es sei nicht geplant, ganze Abteilungen zu verlagern. Einzelne Kündigungen wolle er jedoch nicht ausschließen. Alles zu SAP auf CIO.de

Derzeit wird in Walldorf nach Funktionen gesucht, die SAP künftig in Prag zusammenfassen möchte. Im Gespräch sind der telefonische Kundendienst und der Reportingbereich des Controlling sowie die Gehaltsabrechnung und die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung. Dann werde geprüft, welche Arbeitsplätze betroffen seien, so der SAP-Sprecher. Die Arbeitsplätze sollen dann in anderen Stellen im Konzern aufgefangen werden.

SAP sucht in seiner Zentrale nach auslagerungsfähigen Stellen.
SAP sucht in seiner Zentrale nach auslagerungsfähigen Stellen.

Die Auslagerung ist laut FAZ Teil einer internationalen Strategie. In Prag soll ein Shared Service Center entstehen, in dem SAP Funktionen aus allen europäischen Ländergesellschaften zusammenfassen möchte. Vorbilder dafür finden sich in den USA und Asien. In Philadelphia hat SAP sein Personalwesen für die Verkaufsregion Amerika (Nord- und Südamerika, Kanada) angesiedelt und in Singapur die Finanzsparte für seine Verkaufsregion Asien (China, Südostasien, Japan, Australien).

Software-Entwicklung ebenfalls im Blickpunkt

Nach Angaben der FAZ zeichnet sich bei der Software-Entwicklung, die bisher in Walldorf zentralisiert ist, ein ähnliches Bild ab. Im Mai hatte der Vorstandsvorsitzende von SAP, Henning Kagermann, gegenüber der Zeitung den indischen Standort Bangalore als Beispiel genannt. Dort werde in die SAP-Software für die Personalverwaltung die gesetzlichen Anforderungen kleinerer Länder eingearbeitet – stellvertretend für englische Länder. Zwar werde Deutschland der größte Entwicklungsstandort für SAP bleiben, so Kagermann, aber Indien, China und Osteuropa wachsen.

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