Der Ex-CIO von Babcock Borsig

Sauberer Abgang

Johannes Klostermeier ist freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media.

"StandardisierungStandardisierung, Standardisierung, Standardisierung" lautet sein Credo, das Dietrich auch in der Zeit als CIO von Babcock Borsig verfolgt hat. Zusammen mit dem Ende Juli 2001 ausgeschiedenen IT-Vorstand Gisbert Rühl verfolgte er das ehrgeizige Ziel, 70 Prozent der Anwendungen mit SAP-Templates abzudecken. "Zusammen mit Rühl habe ich bei Babcock Revolution gemacht." Dass es dann einen langfristigen Erfolg nicht mehr geben konnte, findet er bedauerlich. "Die Insolvenz ist eingetreten, als der IT-Bereich auf einem guten Weg mit deutlichen Kostenreduzierungen war." Alles zu Standardisierung auf CIO.de

Seine Erkenntnisse aus der Krise will der Ex-CIO jetzt niederschreiben. Das Buch (Arbeitstitel: "IT-Sanierung") soll Ende des Jahres im Heidelberger Springer Verlag erscheinen. "Das ist eine einmalige Chance", so Dietrich.

"In der IT-Sanierung habe ich große Erfahrung gesammelt." Schon bei der kränkelnden Nixdorf AG sei es darauf angekommen, den Computerkonzern wieder auf Kurs zu bringen. Weiter ging das Sanierungsgeschäft beim Automobilzulieferer Erbslöh. Es war die Zeit des knallharten Preisdrückers Jose Lopez auf Volkswagen-Seite, der Kostensenkungen von mehr als 20 Prozent von den Zulieferern forderte.

Für Dietrich war nach der Insolvenz schnell klar, dass er von Bord gehen wird. Seine Nachfolge bei Babcock ist geregelt: Bis auf zwei Mitarbeiter wüssten alle, wo sie in Zukunft ihren Arbeitsplatz haben und wer die IT-Interessen der zu schließenden Gesellschaften vertritt.

Dem Ex-CIO ist wichtig, dass am Ende eine positive Formulierung steht. Hier ist sie: Ein Teil der Arbeitsplätze der Babcock-Unternehmen konnte durch Verkäufe oder Verselbstständigung gerettet werden. Zahlreiche Aufträge werden von der Auffanggesellschaft Babcock Borsig Power Systems mit 2600 Beschäftigten weitergeführt, die gerade an die japanische Babcock-Hitachi verkauft wurde.

"Die IT-Systeme haben wir noch auf die Anforderungen der neuen Gesellschaft zugeschnitten, sodass eine stabile Abwicklung der Geschäftsprozesse möglich ist", sagt Dietrich. "Dieser saubere Abgang wird mir auch weiterhin meinen guten Ruf als IT-Berater erhalten."

Zur Startseite