Strategien


Eine stabile Architektur ist ein unerfüllbarer Traum

Schatten-IT - ein altes Problem keimt wieder auf

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Begriff Schatten-IT stammt aus den 80er-Jahren, als die produktionsnahen Unternehmensbereiche begannen, eigene IT-Welten aufzubauen. Jetzt erlebt das Thema eine zweite Blüte. Wie soll sich die IT dazu stellen?

Die klassische IT kann mit den Anforderungen des Geschäfts oft nicht mithalten", zeigt Thomas HenkelThomas Henkel, Vice President Group Operational Integration beim Sportartikel-Konzern Amer Sports, Verständnis für die Fachbereichskollegen. Dort säßen heute IT-affine Leute, die sich gute ToolsTools schnell und einfach beschaffen könnten: "Da macht man doch lieber mal etwas selbst, ohne gleich das ganze Unternehmen zu ändern." Profil von Thomas Henkel im CIO-Netzwerk Alles zu Tools auf CIO.de

Henkels Gegenpart in der CITE-Diskussion zum Thema übernahm Thomas Endres, Vorsitzender im Präsidium der CIO-Vereinigung VoiceVoice und damit per definitionem Vertreter der CIO-Interessen. Themen wie Priorisierung und Sicherheit seien kein Spaß, sondern pure Notwendigkeit, konstatierte er. Außerdem seien die Business-Kollegen nicht immer so bewandert in IT-Fragen, wie sie selbst glaubten: "Manchmal verstehen sie nicht nur die Antworten nicht, sondern nicht einmal die Fragen." Alles zu Voice auf CIO.de

Am Ende ist es das Thema Geschwindigkeit, an dem sich die Geister scheiden. Die Diskussion zeigte, dass den Fachbereichen die IT immer zu langsam ist. Doch Integration und das Erfüllen von Compliance-Anforderungen brauchen nun mal ihre Zeit, so die IT-Seite. Die Frage ist also, wie viel Integration und wie viel Sicherheit im Einzelfall notwendig ist. Manchmal renne die IT einer Fata Morgana hinterher, sagte ein IT-Manager selbstkritisch. Oder wie Henkel zu bedenken gab: "Eine wirklich stabile Architektur ist ohnehin ein unerfüllbarer Traum."

Es geht also darum, die richtige Geschwindigkeit zu finden. Dort, wo es um langlebige Kernsysteme geht, muss sich die IT Zeit nehmen, um alle Fragen der Sicherheit, Integration und ComplianceCompliance zu klären. Doch an der Kundenschnittstelle oder auf innovativen Einsatzgebieten sollte ein erhöhtes Risiko möglich sein. Beifall fand der Vorschlag, schnelle Lösungen in einer Sandbox zu entwickeln. Solch ein "Sandkasten" sei ein Spielplatz, um auszuprobieren. Er müsse gut gesichert sein, damit sich die laxeren Standards nicht auf die Unternehmenssysteme übertragen könnten. Alles zu Compliance auf CIO.de

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