Jazz bringt innere Gelassenheit

Scheer fordert "Mut zum Outen der Persönlichkeit"

20. November 2009
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Teamplayer sein und als Solist eigene Akzente setzen. Konzentriert arbeiten und spontan improvisieren. Alles Qualitäten, die CIOs vom Jazz lernen können. Das ist die Mission von August-Wilhelm Scheer.

Schummriges Licht, eine kleine Bühne, Rotwein auf den Tischen - genau das richtige Ambiente für August-Wilhelm Scheer. Gelassen betritt der Firmengründer (IDS Scheer), Bitkom-Präsident und vormalige Professor die Jazzbar Vogler in Münchens Szene-Viertel Glockenbach. Statt Nadelstreifen trägt er schwarz - ohne Schlips natürlich - und statt Laptop ein Baritonsaxofon. Scheer spielt in der Band "Groovin’ High" rund um den Drummer Oliver Strauch.

Jazz und Wirtschaft - das ist die neue Mission des 68-Jährigen. Scheer will, dass beide Bereiche voneinander lernen. Daher tourt er mit Groovin’ High durch Clubs und tritt in Unternehmen auf. Doch bevor er an diesem Novemberabend das Münchner Publikum jazzt, hat er Zeit für ein Gespräch mit cio.de.

Herr Scheer, Sie tauschen das Chef-Büro gegen die Jazz-Bühne - was ist das für ein Gefühl? Wie gehen Sie mit Lampenfieber um?

Scheer: In angespannter Erwartung eines starken Erlebnisses und leicht nervös. Gegenüber dem Lampenfieber vor einer Keynote bei einem Business-Event überwiegt aber die Vorfreude auf etwas Besonderes, etwas Beglückendes. Bei einem Business-Vortrag geht es mehr darum, eine vorbereitete konzentrierte Leistung abzuliefern, aber es ist kein emotionales Highlight zu erwarten. In einem Jazzkonzert passiert viel Unerwartetes. Man muss risikobereit sein und spürt dieses auch. Man kann nicht mehr tun, als sein Bestes zu geben - und dieses Gefühl bringt plötzlich eine innere Gelassenheit.

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