Strategien


Rolltreppe app-wärts

Schindler gewinnt Digital Business Innovation Award

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins und Ambassador für CIOmove in Deutschland.
Der Aufzug- und Rolltreppen-Hersteller Schindler hat den "Digital Business Innovation Award" gewonnen. Nächsten Donnerstag erklärt CIO Michael Nilles bei den Hamburger Strategietagen, wie er die mechanischen Geräte mit Apps und anderen Digitalitäten aufpimpt – und damit das Business ändert.
Das Gewinner-Team von Schindler: Stefan Gruber, Enrico Senger, CIO Michael Nilles und Hansjörg Magli (von links).
Das Gewinner-Team von Schindler: Stefan Gruber, Enrico Senger, CIO Michael Nilles und Hansjörg Magli (von links).
Foto: Euroforum Deutschland SE

Michael NillesMichael Nilles ist in Feierlaune. Letzte Woche beim CIOmove in Zürich, diese Woche bei der Handelsblatt-Tagung "Strategisches IT-Management" in München und voraussichtlich auch nächstes Woche bei den IT-Strategietagen in Hamburg werden ihm die Kollegen wieder auf die Schulter klopfen. Denn Nilles ist gelungen, woran andere noch doktern - oder Chief Digital Officer einstellen: "Die Digitalisierung ist bei Schindler tief in der DNA des Unternehmens verwurzelt. Digital Business ist hier im Tagesgeschäft angekommen", erklärte Jurymitglied Uwe Dumslaff von Capgemini anlässlich der Verleihung des "Digital Business InnovationInnovation Award" am 27. Januar in München. Profil von Michael Nilles im CIO-Netzwerk Alles zu Innovation auf CIO.de

Konkret: Nachdem die Backoffice-Prozesse wie Finanzbuchhaltung oder Warenwirtschaft sowieso schon vorbildlich digitalisiert waren, fiel den ITlern der Schindler Informatik nicht mehr ein, was im Hintergrund noch zu optimieren wäre. Folglich konzentrierten sie sich auf das Frontend. Sichtbarstes Zeichen der Digitalisierung ist jetzt, dass bereits 18000 der 33000 Service-Techniker mit Tablets zur Wartung kommen. Wartung ist das Geschäft, das den Kones, ThyssensThyssens und Schindlers den wichtigsten Umsatz und Gewinn in den etablierten Märkten einbringt. Neue Fahrstühle einzubauen, funktioniert tendenziell besser in Indien und China. Top-500-Firmenprofil für ThyssenKrupp AG

Statt in Ersatzteil-Katalogen für 50 Jahre alte Fahrstühle zu blättern, rücken die Herren in den Kombis jetzt mit elektronischen Geräten an - auf zuvor routenoptimierten Strecken.

Richtig hipp wird die ganze Digitalisierung aber erst, wenn die Fahrstühle selbst an die Geräte melden, wann sie wieder gewartet werden möchten. Klappt natürlich nur bei den ganz neuen Geräten. Ein komisches Quietschen, Rumpeln oder flackerndes Licht sollten dann ausreichen, um die ganze Prozesskette in Gang zu setzen. Sensorik macht´s möglich. Über die "MyPort App" erkennt der Fahrstuhl dann auch, welcher Gast ihn gerade betritt, und wo er ihn am schnellsten hin befördern sollte. Im Prinzip ließe sich die ganze Fahrstuhlsteuerung schon jetzt über die Tablets regeln, meint Nilles. Wird aber noch nicht gemacht. Sicherheitsgründe, sagt der CIO.

"Die IT wandert ins Produkt, oder der CIO aus dem Job", hat Nilles im CIO-Jahrbuch 2013 prognostiziert. Er selbst hat die Konsequenz gezogen: Die gute alte Schindler Informatik heißt seit gut einem Jahr "Schindler Digital Business AG". Und Nilles nennt sich auch ganz gerne CEO der Tochter, statt CIO der Group.

Der "Digital Business Innovation Award" hieß übrigens auch mal "IT Strategy Award". "Zusammen mit der Universität St. Gallen und dem IT-Dienstleister Cap Gemini wurde die Auszeichnung neu definiert, um der wachsenden Bedeutung der Digitalisierung gerecht zu werden. Ausgezeichnet werden nun ProjekteProjekte und Initiativen, die sich unter gegebenen Markt- und Unternehmensbedingungen als besonders innovativ und leistungsstark bei der Erschließung neuer Produkte, Dienste und Märkte erweisen," schreibt Jens Koenen vom Handelsblatt. Wir gratulieren. Alles zu Projekte auf CIO.de

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