Information Lifecycle Management

Schlau speichern

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Fast alle Anbieter aus dem Storage- und Archivierungsumfeld schmücken sich mit dem Zusatz "ILM". Doch weder gibt es einen einheitlichen Ansatz noch reicht ein einfach gestricktes Konzept, um das komplexe Daten-Management in den Griff zu bekommen.
ILM wird in den Unternehmen nur selten komplett umgesetzt. (Foto: IBM)
ILM wird in den Unternehmen nur selten komplett umgesetzt. (Foto: IBM)

Die Unternehmen drohen an der Masse ihrer Daten zu ersticken. Die E-Mail-Flut sowie die elektronische Erfassung von Dokumenten lassen die Datenspeicher überquellen. Dabei sind es vor allem unstrukturierte Daten, die zum Anschwellen der Unternehmensdaten beitragen. Schon heute liegen weniger als die Hälfte aller Daten in strukturierter Form in den Datenbanken der Unternehmensapplikationen vor - mit steigender Tendenz. Der große Rest verteilt sich auf E-Mail- und Messaging-Systeme, PDFs, Office-Daten und immer häufiger sogar Audio- und Video-Dateien.

Experten gehen davon aus, dass sich die Menge der Firmendaten alle zwei bis drei Jahre verdoppelt. Der Versuch, dem wachsenden Datenvolumen allein mit dem Ausbau der Storage-Kapazitäten zu begegnen, birgt neben rechtlichen Risiken auch die Gefahr, dass wertvolle Informationen im Dickicht der Storage-Landschaft verschwinden, während redundante und weniger wichtige Daten teure Online-Volumes füllen.

Storage treibt ILM-Ausgaben

Wolfram Funk Analyst Experton Group: "Jedes vierte Unternehmen hat ILM bereits punktuell umgesetz. Eine unternehemensweite ILM-Umsetzung hat mit 3,5 Prozent noch Seltenheitswert."
Wolfram Funk Analyst Experton Group: "Jedes vierte Unternehmen hat ILM bereits punktuell umgesetz. Eine unternehemensweite ILM-Umsetzung hat mit 3,5 Prozent noch Seltenheitswert."

ILM soll Abhilfe schaffen: Das Speicherkonzept geht von der Annahme aus, dass Daten unterschiedlich wertvoll für das Unternehmen sind und dass sich der Wert von Informationen im Laufe der Zeit ändert. So weit, so gut. Das Kürzel kommt historisch aus dem Storage-Bereich. Während die wichtigsten operativen Daten auf schnellen - und teuren - Primärspeichern lagern, sollen sie im Lauf der Zeit auf günstigere Sekundärspeicher verlagert und dann endgültig auf Bänder archiviert werden, so die Theorie. "Trotz gewisser Berührungspunkte von ILM mit dem Enterprise Content Management (ECMECM) beziehungsweise Dokumenten-Management wird das Gros der ILM-Initiativen ausgehend von Storage-Vorhaben vorangetrieben. Rund acht bis zehn Prozent des IT-Budgets bei deutschen Anwenderunternehmen entfallen auf Storage-Ausgaben - interne Personalkosten eingeschlossen", sagt Analyst Wolfram Funk von der Experton Group. Alles zu ECM auf CIO.de

Im vergangenen Jahr hat Senior Advisor Funk für eine ILM-Studie 200 deutsche Unternehmen befragt. „Fast 77 Prozent der befragten Anwenderunternehmen beschäftigen sich mit ILM. Jedes vierte Unternehmen hat nach eigenen Aussagen ILM bereits punktuell umgesetzt. Eine komplette, unternehmensweite Umsetzung hat mit nur 3,5 Prozent der Befragten aber noch Seltenheitswert“, sagt Funk.