Erlöse steigen deutlich, Indien behält aber die Nase vorn

Schlechtes Englisch hemmt China-Offshoring

09. Dezember 2008
Von Nicolas Zeitler
Chinesische Anbieter werden 2010 bis zu drei Milliarden Euro mit Offshoring-Diensten in IT und BPO erlösen. Die hohe Zahl von Hochschulabsolventen fördert das Wachstum beim Offshoring. Allerdings behindern kulturelle Hürden und mangelnder Schutz geistigen Eigentums die Entwicklung.

Bei umgerechnet etwas mehr als einer Milliarde Euro lagen die Offshoring-Erlöse in China im Jahr 2007. Bis 2010 sollen sie nach einer Studie von Deutsche Bank Research drei mal so hoch sein. Die jährliche durchschnittliche Wachstumsrate liegt laut dem Bericht mit dem Titel "Offshoring nach China - Von Werkbank zu Backoffice?" bei 41 Prozent.

Was das Wachstum ankurbelt, ist zum einen die stark wachsende Zahl an hoch qualifizierten Arbeitskräften. Vier Millionen Hochschulabsolventen werden derzeit in China jährlich ausgebildet - Tendenz steigend. Seit der Jahrtausendwende hat die Zahl der Abgänger jedes Jahr um ein Viertel zugenommen. Außerdem unterstützt die Regierung die Entwicklung von China zum Offshoring-Standort.

Zu Indien aufschließen wird China gleichwohl so schnell nicht. Chinesen erwirtschaften derzeit nur drei Prozent ihrer Exporterlöse mit IT-Diensten, Inder 26 Prozent. Damit entfallen 45 Prozent des Weltmarktes auf diesem Feld auf den Subkontinent.

Ein erfolgreicher Offshoring-Standort zeichnet sich laut den Studienautoren durch vier Merkmale aus: Das Bildungsniveau muss hoch sein, die Sprachkenntnisse vor allem in Englisch müssen gut sein, außerdem müssen sich die Kunden darauf verlassen können, dass ihr geistiges Eigentum bei den Dienstleistern in sicheren Händen ist. Entscheidend ist natürlich auch ein niedriges Lohnniveau.

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