SOA beim BKA

Schnell reagieren in Krisenfällen

23. Oktober 2008
Die Weiterentwicklung der IT-Landschaft in eine Service-orientierte-Infrastruktur (SOA) ist beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden zwingend nötig, um Prozesse schneller als bisher etablieren zu können. So kann das BKA etwa in Krisenfällen und „Großschadenslagen“ wie dem Tsunami in Südostasien oder polizeilichen Großeinsätzen wie dem G8-Gipfel in Heiligendamm effizient und umgehend eine optimale IT-Unterstützung gewährleisten.

Ob Funkstreife vor Ort oder Grenzkontrolle an einem deutschen Flughafen: Bei jeder Personenüberprüfung
stehen die zentralen Informationssysteme des Bundeskriminalamts (BKA) im Mittelpunkt: Besteht ein Haftbefehl? Fahndet das Ausland? Liegt der Verdacht der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation
vor? Ist der Wagen gestohlen? Verlässliche Auskunft gibt das Fahndungssystem INPOL. Der zentrale
Fahndungscomputer der deutschen Polizei steht im BKA in Wiesbaden. Falsche Personalpapiere oder der
angebliche Verlust des Passes, Fingerabdrücke eines Verdächtigen am Tatort – das Automatisierte Fingerabdruck Identifizierungssystem (AFIS) hat die Abdrücke von mehr als drei Millionen Personen gespeichert.

Aufklärung rund um die Uhr

Die Wiesbadener Zentralbehörde ist Knotenpunkt des deutschen Polizeinetzes – und zwar rund um die Uhr. Bei der Identifizierung von Straftätern liefert nicht selten die DNA-Analyse-Datenbank den entscheidenden Hinweis. Ein taktisches Informations- und Lagezentrum ist Voraussetzung dafür, dass sich das Bundeskriminalamt in Ermittlungen, Fahndungen und den internationalen Dienstverkehr einschalten kann. Selbst für die Folgen der größten Katastrophenfälle in aller Welt ist die Behörde gerüstet. Die Identifizierungskommission (IDKO) wird in allen Erdteilen, beispielsweise bei Flugzeugabstürzen, zur Identifizierung der Opfer eingesetzt. Im BKA liefen alle Informationen für die Identifizierung der deutschen Opfer des Tsunamis in Südostasien vor drei Jahren zusammen.

„Bei uns kommen permanent polizeiliche Informationen aus aller Welt zusammen.“, sagt Matthias Memmesheimer, Senior Business Architect beim BKA und Projektleiter für die SOA-Einführung. Doch es sind nicht allein die polizeilichen Auskunftssysteme, um die sich die rund 400 IT-Mitarbeiter des BKA kümmern müssen. Auch bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Katastrophenfällen ist schnelle Reaktion gefragt. Und das gilt erst recht für die IT-Systeme: „Wir müssen oft innerhalb kürzester Zeit neue IT-Prozesse aufsetzen; aber anders etwa als in Unternehmen können wir das nicht langfristig planen – die Flexibilität unserer IT-Landschaft ist deshalb von absolut entscheidender Bedeutung.“