IT-Ausgaben

Schnelle Rentabilität ist jetzt gefragt

20. November 2008
Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Ein dauerhafter Einbruch des IT-Markts ist nicht zu erwarten. Doch durch die Krise setzen die Anwender andere Prioritäten.

Nach vier aufeinander folgenden Jahren des Wachstums beginnt für den Software- und IT-Servicemarkt wieder eine Phase der Unsicherheit. Allerdings ist die derzeitige Krise anders als der IT-Markt-Crash 2001, der ja vorwiegend durch das Platzen der Dotcom-Blase verursacht worden war betonen die Experten von Pierre Audoin Consultants (PAC). Die die jetzige Situation gleiche eher dem wirtschaftlichen Abschwung der Jahre 1992/93. Und von diesem habe sich das IT-Geschäft recht schnell wieder erholt.

Die Themen IT-Unterstützung und IT-Integration erfuhren damals mit der Einführung von ERP-, CRM- und E-Business-Systemen einen großen Schub. Die entwickelten sch zu entscheidenden Faktoren dafür, wie man die Leistung eines Unternehmens verbessern kann. Heute kann ohne verlässliche IT kein Geschäft mehr existieren. Die viel zitierte Frage "Does IT really matter" kann inzwischen klar bejaht werden. Vor diesem Hintergrund wird sich für den IT-Markt durch die derzeitige Wirtschaftskrise nicht allzu viel ändern, meinen die Experten. Das Bedürfnis der Anwender nach Kostensenkung und Effizienzsteigerung sowie nach Flexibilität und Agilität, die Globalisierung sowie die Zunahme von Fusionen und Übernahmen - all diese Entwicklungen sei IT-Unterstützung unerlässlich. Außerdem habe die Dotcom-Krise gezeigt, dass Einsparungen und Effizienzsteigerungen allein kein Patentrezept sind, um die Leistung zu verbessern. Um Erfolg zu haben, müsse ein Unternehmen innovativ sein. Auch hier - vor allem in der Produktentwicklung - spiele die IT eine entscheidende Rolle.

Die momentane Krise wird vielmehr dafür sorgen, dass die Anwender andere Prioritäten setzen. Vor allem die Verbesserung bestehender Verhältnisse - etwa des Portfolios, der Kundenbeziehungen sowie der Belegschaft - rückt laut PAC in den Vordergrund. Auf der anderen Seite fokussieren sich die Unternehmen wieder stärker auf kurzfristige Verbesserungen der Rentabilität, was wiederum zu einer Verlangsamung der IT-Investitionen führt. Viele Projekte werden jetzt auf den Prüfstand gestellt, und ein Teil davon wird verschoben oder ganz gekippt. Das gilt den Experten zufolge vor allem für kleinere Anwenderunternehmen. Die Großen profitierten traditionell eher von Krisen - indem sie ihre Effizienz erhöhten. Vor allem Themen wie Collaboration und Workflow, Risiko- und Performance-Managements sowie Flexibilität stehen derzeit ganz oben auf der Agenda.

Zur Startseite