Karriere machen

Schneller Aufstieg als IT-Berater

20. August 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
IT-Beratungsunternehmen locken Talente mit schnellen Aufstiegsmöglichkeiten, unbefristeten Verträgen und Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Im Consulting lässt sich schnell Karriere machen: Alle drei Jahre ein Schritt nach oben.
Im Consulting lässt sich schnell Karriere machen: Alle drei Jahre ein Schritt nach oben.
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Große und mittelständische IT-Dienstleistungsunternehmen in Deutschland konkurrieren im Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter nicht nur mit IT-Abteilungen von Unternehmen sondern auch mit großen internationalen Dienstleistern. Die Lünendonk-Studie 2013 "Recruiting in der IT-Beratung – Strategien der IT-Dienstleistungsunternehmen gegen den anhaltenden Fachkräftemangel" hebt die gute und schnelle Durchlässigkeit der Karrierestufen als Pluspunkt der IT-Dienstleister hervor. Der Mittelwert der Anzahl von Beförderungsstufen bis zu einer Fach- oder Führungskarriere liegt bei vier Stufen – gemäß den 56 für die Studie befragten IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen.

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte haben alle befragten Arbeitgeber gemeinsam, dass sie Beratungsleistungen anbieten. Mitarbeiter arbeiten nicht nur nah am Management sondern meist auch in einer Unternehmenskultur mit einer großen informellen Transparenz von Prozessen und Entscheidungen. Ein Karriereschritt dauert durchschnittlich 2,8 Jahre. Somit können Berufseinsteiger bei diesen Arbeitgebern innerhalb von weniger als zwölf Jahren eine Position im oberen Management erreichen.

Fast alle für die Studie befragten Unternehmen (94,6 Prozent) erwarten von Bewerbern ein abgeschlossenes Studium – besonders gefragt sind dabei Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. Für bestimmte offene Positionen ist bei zwei Dritteln der Befragten eine abgeschlossene Berufsausbildung ausreichend, häufig die zum Fachinformatiker. Die Hochschulreife ist bei knapp sechs von zehn Unternehmen Voraussetzung für bestimmte offene Stellen (58,9 Prozent). Fast alle der befragten IT-Dienstleister bieten zeitlich unbefristete Arbeitsverträge an. In 28,3 Prozent der Unternehmen gibt es neben unbefristeten auch befristete Verträge.

Nicht überall gibt es 30 Tage Urlaub

Unterschiede gibt es beim Thema Urlaubstage. Die Anzahl der Urlaubstage unterscheidet sich nicht nur von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, sondern hängt zum Teil auch von der Berufserfahrung ab. So verfügen beispielsweise bei Accenture Einsteiger über 25 Urlaubstage im Jahr, Berufserfahrene haben fünf Tage mehr. Bei CORA-IT erhalten Einsteiger 25 Urlaubstage jährlich, Berufserfahrene 27 Tage, bei der Itelligence AG sind es je nach Karrierestufe 28 bzw. 30 Tage. Am häufigsten gaben IT-Dienstleister an, dass sowohl Einsteiger als auch Berufserfahrene 30 Tage im Jahr Urlaub machen (zum Beispiel Atos, Bitmarck, Computacenter und Unisys). Mehr als 30 Tage für Berufserfahrene gibt es bei SQS Software (31 Tage) und GAD (32 Tage).

In den untersuchten IT-Dienstleistungsunternehmen ist jede vierte Stelle mit einer Frau besetzt. Für das Management gilt das jedoch nicht. Dort sind nur 13,3 Prozent der Manager weiblich. In 27,2 Prozent der Firmen ist es möglich, die Kinder ins Büro mitzunehmen. Ob das eine Regel sein darf oder nur in Notfällen erlaubt ist, wird aus den Studienergebnissen nicht klar. Rund elf Prozent der Arbeitgeber bieten einen eigenen Kindergarten beziehungsweise eine eigene Kita an.

Home-Office- und Überstunden-Regelungen

94,4 Prozent der Unternehmen ermöglichen Arbeitszeitmodelle, um Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können, zum Beispiel Home-Office-Tage. Diese dürfen insgesamt knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer in Anspruch nehmen. An- und Abreisezeiten zum Kunden zählen bei IT-Beratungen nicht automatisch zur Arbeitszeit. In etwas weniger als der Hälfte der Unternehmen werden Fahrzeiten komplett als Arbeitszeit abgegolten. Bei den übrigen Arbeitgebern werden Fahrzeiten nur zum Teil übernommen.

Auch das Thema Überstunden handhaben die IT-Dienstleister unterschiedlich: Während es bei vielen Arbeitgebern keine Überstundenregelung gibt, bieten andere Freizeitausgleich und Auszahlung (z.B. Bluecarat AG, FIS GmbH) oder ein Arbeitszeitkonto (z. B. Steria Mummert) an.

Die Lünendonk-Studie 2013 ist unter dem Titel "Recruiting in der IT-Beratung - Strategien der IT-Dienstleistungsunternehmen gegen den anhaltenden Fachkräftemangel" erschienen. Die Mehrheit der an der Studie beteiligten IT-Unternehmen hat ihren Hauptsitz in Deutschland (43 von 56 Firmen). Die übrigen sind Tochtergesellschaften internationaler IT-Unternehmen. (tö)

Autorin: Andrea König

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