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Server-Markt: Die Hoffnung stirbt - ein bisschen

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Same procedure, könnte man beim Blick auf den Server-Markt sagen. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Und das hat Auswirkungen auf die Geschäfte mit den Maschinen, die den weltweiten Datenstrom dirigieren.

Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner, sagt im Rückblick: “2012 kann man definitiv als ein Jahr bezeichnen, das durch Investitionszurückhaltung gekennzeichnet war. In der Folge wurden etwa x86-Server sowohl in Konzernen als auch in mittelständischen Unternehmen nicht mehr nach den üblichen Zyklen ausgetauscht.” Derlei Investitionen seien vielmehr aufgeschoben worden.

2012 hatte Gartner für das nächste Jahr, also 2013, „schwierige Bedingungen“ prognostiziert. Hoffnung verbreite, so Hewitt, aus Sicht der Anbieter lediglich das x86-Segment und die Tatsache, dass wegen neuer Intel- und AMD-Prozessor-Generationen viele Unternehmen Ersatzbeschaffungen tätigen könnten. Diese Hoffnung hat sich offensichtlich nicht bestätigt.

Intel als Indikator

An der Ergebnisentwicklung des Marktführers für Prozessoren, Intel, kann man die Situation am Server-Markt gut ablesen. Intel hat selbst zu kämpfen und sieht sich mit einem trüben ersten Halbjahr und teils heftigen Umsatz- und Gewinnrückgängen konfrontiert. Das hat vor allem mit dem rückläufigen PC-Geschäft zu tun. In der PC Client Group musste Intel einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent verzeichnen. Deswegen sieht sich der Marktführer für Prozessoren genötigt, seine Produktstrategie mehr in Richtung der Chips für mobile Geräte (TabletsTablets, SmartphonesSmartphones) zu bewegen, wie Konzernchef Brian Krzanich betonte. In der für Server-Prozessoren zuständigen Data Center Group profitiert Intel schon heute vom Boom der Mobilgeräte. Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de

Tablets und Smartphones spielen in den IT-Strategien der Unternehmen eine immer wichtigere Rolle; sie erzeugen Massen von Datenströmen, die wiederum von Servern weltweit be- und verarbeitet werden. Kein Wunder also, dass Intel im gerade abgelaufenen Geschäftshalbjahr 2013 für seine Data Center Group im Jahresvergleich immerhin ausgeglichene Ergebnisse vorweisen kann. Zudem wird der Prozessorgigant im Herbst 2013 wichtige Neuankündigungen im „Xeon“-Segment präsentieren: Der „Xeon E5 v2“ mit Ivy-Bridge-Architektur soll vorgestellt werden. Die Xeon-CPU ist das Flaggschiff unter den Server-Prozessoren von Intel. Der Chip dürfte nach Expertenmeinung in rund 80 Prozent aller ServerServer verbaut sein. Im vierten Quartal kommt dann noch der „Xeon E7 v2“. Alles zu Server auf CIO.de

Das ist der Schwergewichtsprozessor für Server mit vier oder acht CPUs mit ausgeklügelten RAS-Features und der Möglichkeit, sehr viel Arbeitsspeicher unterzubringen. Die Server-Prozessoren retten somit nicht nur Intel das Geschäft wenigstens halbwegs. Sie sorgen auch bei den Rechnerherstellern für neue Hoffnung. Diese können eine Belebung ihrer Geschäfte gut gebrauchen. Laut Gartner stiegen die weltweiten Server-Verkäufe im vergangenen Jahr lediglich um 1,5 Prozent.

Der Umsatz hingegen sank sogar um 0,6 Prozent. IDC rechnet in seinem „EMEA Server Tracker“ vor, dassin Westeuropa die Umsätze mit Servern seit sechs Quartalen kontinuierlich sinken. Dass die Server-Hersteller überhaupt mit einem blauen Auge davonkamen, ist einem Trend zu verdanken, den die ITK-Branche nun seit einigen Jahren erlebt: Service-Dienstleistungen werden aus der Cloud angeboten.

Hewitt meint, Data Center mit einem Software-as-a-Service-Angebot hätten die Statistik im Server-Markt positiv beeinflusst. Rechenzentren wie die von FacebookFacebook, GoogleGoogle oder etwa der chinesischen Facebook-Variante Baidu „waren die echten Treiber für den Stückzahlenverkauf“, so der Gartner-Analyst. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de