Change Management bei Aon

Sharepoint und Lync keine Selbstläufer

08.04.2013
Von Nicolas Zeitler

Ein weiterer organisatorischer Umbruch - auch für die Aon-Mitarbeiter außerhalb der IT - kam mit der Ausrichtung auf die Norm ISO 27001, den IT-Grundschutz. Sie berührte die Arbeit der Versicherungsmakler. Bei all ihren Arbeitsschritten müssen sie sich seither stärker als vorher an IT-gestützte Vorgehensweisen halten - vor allem sind sie gefordert, Daten transparent und nachvollziehbar zu verwalten. "Ziel ist ein sicherer Umgang mit Daten, aber dadurch wird auch der Freiheitsgrad des Einzelnen geringer", sagt Willebrand.

Ungelenke Nutzung von Collaboration Tools

Wie stark die Macht alter Gewohnheiten ist, zeigte sich auch bei CollaborationCollaboration Tools. Für gewöhnlich argumentieren Marktbeobachter, der Firmen-Chat über Plattformen wie Lync oder der Austausch von Dokumenten auf Sharepoint kämen der Arbeitsweise heutiger Angestellter ohnehin entgegen. Ihr Einsatz sollte daher nahezu ein Selbstläufer sein. Doch diese Annahme kann. Willebrand nicht bestätigen: "Einige junge Mitarbeiter kennen derartige Chat-Funktionen aus ihrem Privatleben. Doch den meisten Kollegen sind sie fremd. Denen muss man ausführlich den Sinn und Nutzen des Ganzen näherbringen." Alles zu Collaboration auf CIO.de

Dass der Großteil der Mitarbeiter sich in seinem Kommunikationsverhalten nicht einfach auf neue Werkzeuge dieser Art einstellt, offenbarte sich auch an ungelenker Nutzung. Ein typischer Fehler: Ein Nutzer schreibt einen anderen an, obwohl der seinen Status auf "Rot" gestellt hat - also nicht erreichbar ist. "Zu sehen, ob jemand anwesend und ansprechbar ist, ist eigentlich eine wertvolle Information, aber ich muss sie auch wahrnehmen und beachten", sagt der Aon-IT-Chef. Für die Nutzung von Lync stellte er einen Kommunikationsleitfaden zusammen.

Ein ähnliches Problem beobachtete Willebrand beim Einsatz von Sharepoint. Die Aon-Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz können hierüber jetzt Dokumente austauschen. Die Vorteile liegen aus Sicht des IT-Chefs auf der Hand: Auf der Plattform liegt immer die aktuelle Version eines Dokuments, alle haben darauf Zugriff, bekommen sogar eine Mitteilung über neue, für sie wichtige Inhalte. "Doch auch hier war es viel Arbeit, ein Bewusstsein zu schaffen: Beachtet die Mitteilung über ein neues Dokument. Vielleicht steht darin etwas Wichtiges für Euer nächstes Kundengespräch", so Willebrand.

Um ein besseres Bewusstsein für die neuen IT-Werkzeuge zu schaffen, setzt Willebrand auf Bodenständiges: "Die IT-Kollegen müssen mehr mit den Leuten reden, sich um sie kümmern.

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