Strategiepapiere bei Ebay

Sicherheits­lücke Festplatte

13. April 2004
Von Thomas Zeller
Deutsche Unternehmen und Behörden haben beim sicheren Löschen von Daten erhebliche Defizite. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Berliner Softwarefirma O&O. So fanden sich auf der ehemaligen Festplatte einer Krankenkasse komplette Patientendaten und Geschäfts-Korrespondenz.

Für eine Studie erwarb die Softwarefirma bei Ebay 100 gebrauchte Festplatten und andere Speichermedien und untersuchte sie auf vorhandene oder wiederherstellbare Altdaten. Das Ergebnis war erschreckend: Nur zehn Prozent der Festplatten waren zuvor mit entsprechender Software sicher und vollständig gelöscht worden.

Festplatten als Datenschutzproblem.
Festplatten als Datenschutzproblem.

Die übrigen Datenträger enthielten private Daten jeglicher Art, von gescannten Unterschriften und Personalausweisen bis hin zu Bankvollmachten und Kontozugangsdaten inklusive vollständiger TAN/PIN-Codelisten.

Einige Festplatten, die zuvor offensichtlich in Unternehmen eingesetzt wurden, wiesen sensible Unternehmensdaten wie Berichte zu Umsatz- und Marktanteilen auf. Außerdem fanden sich Strategiepapiere und Geschäftskorrespondenz, die ausdrücklich als "streng vertraulich" gekennzeichnet waren.

75 Prozent der Anwender sind sich nach den Ergebnissen der Studie nicht der Problematik bewusst, dass Altdaten auf Festplatten mit handelsüblicher Software auch nach einer Formatierung leicht wieder herzustellen sind. Massenspeicher wie Festplatten wechseln jedes Jahr millionenfach den Besitzer und werden gebraucht verkauft, mit dem PC verschenkt oder gehen an kommerzielle Leasinggeber zurück.

Weitere Meldungen:

100 Kilometer sprinten für die Datensicherheit
Der Schlüssel klemmt
Gartners Vision für die Krisenzeit

Zur Startseite