Security-Experten werfen Unternehmen Bewusstseinsmangel vor

Sicherheitsprofis fordern: Bei Datenverlust Chef in den Knast

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Für einen echten Datenschutz fehlt die gesetzliche Grundlage. So lautet das Fazit einer Umfrage unter europäischen Sicherheitsexperten. Fast jeder Dritte fordert: Bei Datenverlust sollte die Geschäftsführung notfalls hinter Gitter.
Forderungen von Sicherheitsprofis über Konsequenzen bei Datenverlust.
Forderungen von Sicherheitsprofis über Konsequenzen bei Datenverlust.

Der Ruf nach dem Gesetzgeber muss in ganz London zu hören gewesen sein: Mehr als jeder zweite Teilnehmer (54 Prozent) auf dem E-Crime-Congress in diesem Frühjahr beklagte, für echten DatenschutzDatenschutz fehle in Europa die gesetzliche Grundlage. Mit-Veranstalter des Kongresses war die NHTCU, eine britische Strafverfolgungsbehörde, die sich ausschließlich um Computer-Verbrechen kümmert. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Der Sicherheits-Anbieter Websense war vor Ort und nutzte die Gelegenheit, 104 Teilnehmer - Sicherheitsverantwortliche aus verschiedenen Anwenderunternehmen - nach den Ursachen für Datenverluste zu fragen. Neben der erwähnten Schelte für den Gesetzgeber bekamen auch die Geschäftsführer ihr Fett weg: 48 Prozent monierten, diese räumten dem Thema zu wenig Priorität ein.

Nicht zuletzt geht es ums Geld. 46 Prozent der Befragten glauben, Datenschutz sei den Verantwortlichen schlicht zu teuer. Weitere 38 Prozent meinen, die Thematik sei zu kompliziert oder die Firmen fühlten sich nicht betroffen.

Wo auch immer die Ursache liegen mag - die Studienteilnehmer halten Sicherheitsbemühungen gerade jetzt für geboten. 93 Prozent glauben, in der Wirtschaftskrise steige der Druck auf Unternehmen, ihre Daten besser zu schützen.

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