Mehr Security für SAP-Umgebungen

Sicherheitsrisiken durch Datenexporte aus SAP

22. Januar 2016
Von Jörg Dietmann
Beim Thema Datensicherheit denkt man meist an Cyberattacken und andere Angriffe von außen. Doch ein noch viel größeres Sicherheitsrisiko liegt in der Preisgabe und Manipulation von Daten und Dokumenten durch Mitarbeiter, egal, ob dies aus böser Absicht oder versehentlich geschieht. Ein daraus folgender Datenverlust oder -missbrauch kann zu erheblichen geschäftsschädigenden Konsequenzen und hohen Kosten führen.

SAPSAP ist weltweit eines der am weitesten verbreiteten ERP-SystemeERP-Systeme und damit auch einer der wichtigsten Speicherorte für sensible Informationen. Die vermeintliche Gewissheit, dass die Daten innerhalb des SAP-Systems gut geschützt sind, führt bei vielen Verantwortlichen zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl. Sobald die Informationen nämlich exportiert werden, ergeben sich zahlreiche Sicherheitsrisiken – und dies geschieht in den meisten Unternehmen täglich. Das sind typische Anwendungsszenarien aus der Praxis, die zu entsprechenden Sicherheitslücken führen: Alles zu ERP auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

  • Mitarbeiter exportieren täglich Daten aus SAP und versenden diese als Dokumente an andere Abteilungen oder Partner – ohne böse Absicht, einfach weil es schneller geht. Sobald die Daten jedoch die geschützte SAP-Umgebung verlassen, enthält das so entstandene Dokument keinerlei Sicherheitsinformationen aus dem SAP-System mehr.

  • Die exportierten Dokumente werden zudem häufig auf Mobilgeräte geladen und dort oder in der Cloud ungesichert gespeichert, was einen unberechtigten Zugriff von außen ermöglicht.

  • Manche Unternehmen lassen zudem externe Partner auf ihr SAP-System zugreifen – beispielsweise bei der Zusammenarbeit mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Diese exportiert dann ebenfalls Daten aus SAP. Dabei hat das Unternehmen keinerlei Informationen darüber, welche Daten in Form von Dokumenten exportiert und wie diese bei den Geschäftspartnern gespeichert werden.

  • Eine weitere potenzielle Gefahr ist der automatische Versand von Dokumenten aus SAP – beispielsweise Gehaltsabrechnungen. Obwohl Personaldaten nach dem Datenschutzgesetz streng vertraulich zu behandeln sind, werden bei diesem Versand entsprechend vertrauliche Informationen ohne Schutz versendet.

  • Die bisherigen Beispiele beschreiben unbeabsichtigte Sicherheitsverstöße. Dazu kommen aber auch gezielte Sicherheitsverletzungen, bei denen Mitarbeiter Daten aus SAP exportieren und mitnehmen, wenn sie beispielsweise das Unternehmen wechseln oder entsprechende Informationen an Wettbewerber verkaufen. Immer wieder kommt es vor, dass entsprechende Daten, wie Materiallisten, Rezepturen und Baupläne oder ähnliche Informationen zum Verkauf angeboten werden.

  • Auch bei einer Expansion ins Ausland steigt die Gefahr von Diebstahl geistigen Eigentums (wie Bauanleitungen, CAD-Zeichnungen, Materiallisten, etc.) – ob durch den externen Zugriff oder die Weitergabe der Informationen durch Mitarbeiter. Viele deutsche Unternehmen, die beispielsweise nach Asien expandieren, denken daher über Zugriffsbeschränkungen nach. Die Mitarbeiter müssen zwar vor Ort SAP nutzen, die Datenexporte können aber beschränkt werden.

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