Mautbetreiber

Siemens und Allianz an Toll Collect interessiert

15. Juli 2013
Siemens und die Allianz zeigen laut einem Pressebericht Interesse an einem Einstieg beim Lkw-Mautbetreiber Toll Collect.

Den Elektrokonzern Siemens reize der größte Mautmarkt Europas, die Allianz suche in der Zinsflaute nach
attraktiven Anlagemöglichkeiten, schreibt das "Handelsblatt". Sprecher beider Konzerne wollten den Bericht auf Nachfrage am Montag nicht kommentieren. Siemens ist bereits am Aufbau eines Mautsystems in Frankreich beteiligt.

Dem "Handelsblatt" zufolge stehen die Chancen für einen Einstieg bei Toll Collect besser denn je. Ein Schiedsgerichtsverfahren zwischen dem Bund und den derzeitigen Eignern Daimler und Deutsche Telekom werde voraussichtlich kurz nach der Bundestagswahl im September abgeschlossen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmens- und Regierungskreise. Dabei gehe es um Schadensersatzforderungen des Bundes in Höhe von fünf Milliarden Euro plus Zinsen. Der Bund möchte für den um zwei Jahre verspäteten Start des Mautsystems entschädigt werden.

Nach einem Schiedsspruch könnte der Bund die Betreibergesellschaft übernehmen, das System weiterentwickeln - und neue Betreiber an Bord nehmen. Daimler habe kein Interesse mehr an Toll Collect, die Telekom wolle aber beteiligt bleiben, zitiert die Zeitung Verhandlungskreise.

Teurer Ärger droht dem Bund vonseiten der Spediteure. Diese forderten für die Zeit von 2009 bis Mitte 2011 bezahlte Maut in Höhe von "über zwei Milliarden Euro pro Jahr" zurück, berichtet die "Wirtschaftswoche". Es seien rund 8.000 Anträge auf Erstattung sowie 39 Erstattungsklagen eingegangen, zitiert die Zeitschrift aus einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums für die Grünen-Bundestagsfraktion. (dpa/rs)

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