"Geschäft ist stark und wächst"

Smartphone-Werbung beflügelt Facebook

24. April 2014
Die Erfolgsgeschichte von Facebook geht weiter: Mehr Nutzer, mehr Werbeeinnahmen, mehr Gewinn. Dafür verliert Gründer Mark Zuckerberg einen wichtigen Weggefährten.

Facebook kann neben neuen Mitgliedern auch immer mehr Werbekunden für sich gewinnen. Besonders stark legten im ersten Quartal die Einnahmen aus der Werbung auf SmartphonesSmartphones zu. Kein Wunder: Die Zahl der Nutzer, die FacebookFacebook mindestens einmal im Monat über ihr Smartphone oder Tablet ansteuern, übersprang erstmals die Milliardenmarke. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

"Facebooks Geschäft ist stark und wächst", erklärte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch am Firmensitz im kalifornischen Menlo Park. Der Quartalsumsatz schnellte im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) hoch. Der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar. Es sei ein "großartiger Start ins Jahr 2014".

Mittlerweile greifen 1,01 Milliarden Menschen weltweit über mobile Geräte auf Facebook zu. 59 Prozent aller Werbeeinnahmen kamen von Smartphones und TabletsTablets. Vor einem Jahr war der Anteil gerade einmal halb so hoch. "Das mobile Geschäft bleibt unsere Triebfeder", sagte die fürs Tagesgeschäft zuständige Sheryl Sandberg. Vor zwei Jahren machte Facebook noch praktisch keine Einnahmen mit Werbung auf mobilen Geräten, konnte aber schnell umsteuern. Alles zu Tablets auf CIO.de

Facebook habe Firmen davon überzeugen können, Anzeigen auf dem Netzwerk zu schalten, sagte der Analyst Ron Josey dem "Wall Street Journal". Inzwischen würden Ausgaben für Werbung auf sozialen Netzwerken fest eingeplant. "Und wenn man an soziale NetzwerkeNetzwerke denkt, ist Facebook der größte Dienst." Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Gute Stimmung unter den Anlegern

Das Quartalsergebnis fiel besser aus, als Analysten erwartet hatten. Das anziehende Werbegeschäft auf Smartphones sorgt schon seit einiger Zeit für gute Stimmung unter den Anlegern. Auch die Internetriesen GoogleGoogle und Yahoo buhlen um Werbeeinnahmen für Smartphone-Nutzer. Alles zu Google auf CIO.de

Insgesamt kam Facebook Ende März auf 1,28 Milliarden Nutzer nach 1,23 Milliarden Ende Dezember. Während Facebook weiterhin Mitglieder anzieht, verliert Zuckerberg einen Weggefährten: Finanzchef David Ebersman hört nach fünf Jahren auf. "David war ein großartiger Partner beim Aufbau von Facebook", sagte Zuckerberg. "Ich bin ihm dankbar für alles, was er geleistet hat." Es gab zwischenzeitlich allerdings auch Kritik an Ebersman: Er und die BankenBanken hätten die Nachfrage beim Börsengang überschätzt, was zur Talfahrt der Aktie beigetragen habe. Top-Firmen der Branche Banken

Das Aufhören falle ihm nicht leicht, erklärte Ebersman, "aber ich habe mich entschieden, zurück in die Gesundheitsbranche zu gehen, wo ich vor Facebook war". Der Zeitpunkt sei der richtige. Das Geschäft laufe rund und es stehe mit David Wehner ein Nachfolger parat. Der ehemalige Finanzchef des Spieleentwicklers Zynga ("Farmville") wird zum 1. Juni auf den Posten rücken. Wehner war bereits vor eineinhalb Jahren zu Facebook gewechselt.

Im Februar hatte Facebook sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Gründer Zuckerberg beschenkte sich durch zwei große Zukäufe selbst: Er gab zunächst die Übernahme des Kurznachrichtendiensts WhatsApp in einem 19 Milliarden Dollar schweren Deal bekannt und danach den Kauf des Datenbrillen-Herstellers Oculus VR für bis zu 2,3 Milliarden Dollar. Bei beiden Übernahmen steht allerdings noch der endgültige Abschluss aus.

"Das war ein geschäftiges Quartal", sagte Zuckerberg dazu in einer Telefonkonferenz. "Wir sind einige langfristige Wetten auf die Zukunft eingegangen." Daneben seien die Kernprodukte verbessert worden. So koppelt Facebook seinen eigenen Kurznachrichtendienst Messenger als eigenständige Anwendung aus. Mittlerweile gebe es dafür 200 Millionen Nutzer, sagte Zuckerberg. Auf die gleiche Zahl kommt der Fotodienst Instagram, den Facebook vor zwei Jahren geschluckt hatte. (dpa/tö)