Interview mit Secusmart-Chef Quelle

So funktioniert das neue "Merkel-Phone"

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Bisher brauchte die Kanzlerin drei Handys, um sicher telefonieren, simsen und mailen zu können. Jetzt reicht eins. Secusmart-Chef Hans-Christoph Quelle im Interview.
Secusmart-CEO Hans-Christoph Quelle freut sich über die neuen sicheren Handys für die Regierung.
Secusmart-CEO Hans-Christoph Quelle freut sich über die neuen sicheren Handys für die Regierung.
Foto: Secusmart

Die Düsseldorfer Secusmart ist ein wichtiger Lieferant der Bundesbehörden für hochsichere Kommunikation. Auf der CeBIT 2013 hat das Unternehmen den Abhörschutz Secusuite vorgestellt, eine Weiterentwicklung der abhörsicheren BSI-zertifizierten Secuvoice-Lösung, mit der Kanzlerin Angela Merkel und die deutschen Bundesministerien bereits seit 2009 telefonieren.

Mit Secusuite kann jeder auf nur einem Smartphone, dem neuen Blackberry Z10, zwischen dem privaten und dem geschäftlichen sicheren Bereich hin- und herschalten. Weltweit wird erstmals ein kombinierter Abhör- und Spionageschutz möglich: Gesichert werden Sprache, SMS, E-Mails, gespeicherte persönliche Daten, wie das Adressbuch, der Kalender oder persönliche Notizen (PIM), sowie das Surfen im Internet über einen definierten, sicheren Zugangspunkt. Die CW-Schwesterpublikation CIO.de sprach auf der Cebit mit Firmenchef Hans-Christoph Quelle.

CIO.de: Frau Merkel hat doch schon ein Handy, oder?

Hans-Christoph Quelle: Ja, sie hat sogar mehrere. Das was wir haben, ist aber eine wirkliche Weltneuheit. Bislang mussten die Leute alle drei Telefone mit sich herumtragen: Eines für die sichere Sprache und für sichere SMS, eines für die sichere E-Mail und ein drittes, mit dem man normal ins Internet gehen konnte. Mit einem Telefon, mit dem man sicher sprechen konnte, konnte man bisher auch nur genau dieses tun. Was wir jetzt zum ersten Mal haben, ist ein Gerät, mit dem man sowohl sicher sprechen als auch SMSen und sicher emailen kann – alles was man als Privatmensch mit dem Smartphone macht, geht ebenfalls.

CIO.de: Durch die Trennung zwischen privat und geschäftlich, wie es der neue Blackberry kann?

Quelle: Genau, wir machen das zusammen mit Blackberry. Das Z10 hat mit „Balance" genau diese Trennung. Den geschäftlichen Bereich machen wir dabei so sicher, dass das Gerät für die deutschen Bundesbehörden zugelassen werden kann. Dokumente der Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch) können darüber gesendet und empfangen werden.

CIO.de: Das BSI macht die Zulassung?

Quelle: Ja. Das geht so: Ein Bedarfsträger meldet beim Beschaffungsamt seinen Bedarf an. Dann schaut sich das BSI an, ob es zugelassen werden kann. Wenn es zugelassen ist, darf es von den Bedarfsträgern gekauft werden. Die Ausschreibung endete am 28. Februar. Wir, das Konsortium Secusmart, Blackberry, Secunet und Sirrix, haben das Los 2 gewonnen. Assoziierter Partner ist unter anderem Vodafone. Wir müssen zum 1. Juli 2013 liefern können. Eine genaue Menge ist nicht festgeschrieben.

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