Apple, Android, RIM

So gehen Smartphone-Hersteller mit Hackern um

26. April 2012
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Jailbreak, Rooting, Dingleberry - findige Hacker finden stets Wege, Beschränkungen der Betriebssysteme zu umgehen. CIO.de zeigt, wie die Anbieter reagieren.

Sobald Apple eine neue Version seines iOS-Betriebssystems für iPhone oder iPad veröffentlicht, startet ein Wettlauf: Hacker und Programmierer analysieren den Code und veröffentlichen innerhalb von Stunden oder Tagen sogenannte Jailbreaks, mit denen sich Beschränkungen des Apple-Betriebssystems aushebeln lassen. Die ersten Jailbreaks hatten einen einfachen Hintergedanken: Nutzer wollen sich nicht von Apple vorschreiben lassen, welche Apps sie auf dem Gerät installieren konnten und welche nicht. Inzwischen sieht es die Szene als Sport an - so schnell wie Apple ein Einfallstor schließt, finden die Hacker eine neue Sicherheitslücke. Als etwa das iPad 3 mit iOS 5.1 vorgestellte wurde, tauchten innerhalb kürzester Zeit mehrere Schwachstellen auf, mit deren Hilfe sich die Beschränkungen von Apple umgehen ließen.

Das Jailbreaking von iPod Touch, iPhone oder iPad ist inzwischen ein wahrer Volkssport, es existieren sogar Werbevideos, in denen etwa "100 Gründe für einen Jailbreak" gezeigt werden. Tatsächlich sind damit interessante ProjekteProjekte möglich, etwa verwandelt sich die digitale Assistentin Siri so in eine Steuerzentrale für die Hausautomation. Alles zu Projekte auf CIO.de

Allerdings bringt Jailbreaking einige Nachteile. Dazu gehört etwa, dass neben den Beschränkungen von AppleApple auch verschiedene Sicherheitsfunktionen ausgehebelt werden, so dass etwa MalwareMalware die mobilen Systeme infizieren kann. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Malware auf CIO.de

Apples Reaktion auf Jailbreaker

Apple ging von Anfang an aggressiv gegen Jailbreaker vor. Bekannte Hebel für Jailbreaking werden normalerweise im nächsten Software-Update für das Betriebssystem geschlossen. Apple versuchte sogar, die Veränderung seines Betriebssystems als illegal zu brandmarken. Dank einer Klage der Electronic Frontier Foundation wurde diese Praxis aber abgewiesen, jeder Nutzer darf völlig legal seine gekauften Gadgets jailbreaken.

Die Strategie von Apple gleicht eher einem Kampf gegen Windmühlen als dass sie wirklich effektiv ist. Mit jeder neuen Programmversion, mit jeder geschlossenen Sicherheitslücke machen sich die Hackerteams erneut an die Arbeit. Inzwischen gibt es mehrere Gruppen, für die die Veröffentlichung eines neuen Jailbreaks einem Wettkampf gleicht - wer zuerst die neue Software ins Web stellt, dem ist die Anerkennung der Community sicher. Dementsprechend spornt Apple diesen Wettbewerb mit jeder neuen Veröffentlichung an.

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