Smart Home

So überwachen Sie Ihr Heim für kleines Geld

19. August 2015
Von Arne Arnold
Eine professionelle Alarmanlage für die eigene Wohnung oder das eigene Haus kostet in der Regel viele tausend Euro und lohnt sich damit nicht für jeden. Doch mithilfe der neuen Smart-Home-Geräte lässt sich eine recht passable Heimüberwachung bereits ab 300 bis 400 Euro realisieren.

Hier stellen wir Ihnen exemplarisch das System von Qivicon vor, das Ihre Wohnung während Ihrer Abwesenheit überwachen kann. Sie finden aber auch Informationen zu den ähnlichen umfangreichen Smart-Home-Lösungen von Gigaset und Homee.

Smart Home: Kameras, Sensoren und Schaltsteckdosen

Die Smart-Home-Lösung Qivicon ist eine Initiative der Telekom, der sich rund 30 weitere Unternehmen angeschlossen haben. Dreh- und Angelpunkt des Qivicon-Systems ist eine Basisstation, die per Netzwerkkabel an den WLAN-Router des heimischen Netzwerks angeschlossen wird. Sie wird Home Base genannt. Sie sorgt für die Funkverbindung zwischen allen Smart-Home-Geräten und ermöglicht auch das Fernsteuern der Geräte per App über das Internet.

Die Home Base verfügt darüber hinaus über vier USB-Steckplätze, an denen Sticks mit zusätzlichen Funkprotokollen angesteckt werden können, etwa für das verbreitete Smart-Home-Protokoll Zigbee. Die Home Base leitet Sie durch die Installation und Konfiguration jedes kompatiblen Smart-Home-Geräts und sorgt in Verbindung mit einer App auch für die erforderlichen Verknüpfungen von zwei Geräten, beispielsweise dem Bewegungsmelder und der Sirene.

So kann eine Smart-Home-Installation Ihr Heim überwachen: Der Fensterkontakt erkennt einen Einbruch und aktiviert Kamera und Sirene, schaltet Lampen ein und schickt Ihnen auch eine Nachricht (Werbedarstellung der Telekom).
So kann eine Smart-Home-Installation Ihr Heim überwachen: Der Fensterkontakt erkennt einen Einbruch und aktiviert Kamera und Sirene, schaltet Lampen ein und schickt Ihnen auch eine Nachricht (Werbedarstellung der Telekom).
Foto: Telekom

Qivicon ausprobiert: Im Test funktionierte der Aufbau mit Qivicon erstaunlich gut und sollte auch Anwendern ohne Netzwerkkenntnisse gelingen. Haben Sie die Home Base mit Strom versorgt und an den WLAN-Router angeschlossen, erscheint sie automatisch in der Netzwerkumgebung des Windows-Explorers. Ein Doppelklick darauf startet die Weboberfläche der Home Base. Es bleibt Ihnen also in vielen Fällen erspart, die Weboberfläche Ihres Routers zu starten, zum Beispiel über fritz.box oder kabel.box, um dort unter "LAN" nach der IP-Adresse des Geräts zu suchen.

Den Assistenten zur Einrichtung der weiteren Smart-Home-Geräte finden wir gelungen. Jeder notwendige Schritt, etwa die anfängliche Verkabelung der IP-Kamera, ist mit Bildern und Beschreibungstext erklärt. Als wir einen Zwischenstecker (ein- und ausschaltbare Steckdose) ins Funknetz einbinden wollten, konnte die Home Base beim ersten Versuch keine Verbindung herstellen. Als auch der zweite Versuch nicht zum Ziel führte, zeigte die Weboberfläche der Home Base eine Liste mit Tipps an. Gleich der Erste lautete, dass der Zwischenstecker bei der Erstkonfiguration nicht näher als 1,5 Meter an der Home Base stecken darf. Genau das war jedoch bei uns der Fall. Nach dem Umstecken des Geräts klappte die Einbindung ins Funknetz umgehend.

Standbilder lassen sich problemlos auch von unterwegs abrufen.
Standbilder lassen sich problemlos auch von unterwegs abrufen.

An ihre Grenzen stieß die Home Base erst, als wir die IP-Kamera genauer konfigurieren wollten. Da wurden wir von Qivicon auf die Weboberfläche der Kamera verwiesen. Es handelte sich übrigens um ein Modell von D-Link, das eine Aufnahme erst startet, wenn der eingebaute Bewegungssensor oder der Helligkeitssensor auslöst. Wie sensibel die Sensoren arbeiten, lässt sich in der Weboberfläche der Kamera einstellen, nicht über Qivicon. Auch wenn Sie Videos nicht nur in der Telekom-Cloud speichern möchten, sondern darüber hinaus im eigenen Netzwerk, müssen Sie diese Änderung in der Weboberfläche der Kamera eingeben.

Das Smart-Home-System Qivicon der Telekom lässt sich über diese App recht einfach bedienen. Sie können darüber alle installierten Komponenten steuern, eine Anwesenheitssimulation starten und das Kamerabild anzeigen.
Das Smart-Home-System Qivicon der Telekom lässt sich über diese App recht einfach bedienen. Sie können darüber alle installierten Komponenten steuern, eine Anwesenheitssimulation starten und das Kamerabild anzeigen.

Kommentare zum Artikel

GSTZ

"Haben Sie die Home Base mit Strom versorgt und an den WLAN-Router angeschlossen, erscheint sie automatisch in der Netzwerkumgebung des Windows-Explorers. Ein Doppelklick darauf startet die Weboberfläche der Home Base. Es bleibt Ihnen also in vielen Fällen erspart, die Weboberfläche Ihres Routers zu starten, zum Beispiel über fritz.box oder kabel.box, um dort unter "LAN" nach der IP-Adresse des Geräts zu suchen."

Den gleichen Komfort genießt auch der moderne Einbrecher. Ganz bequem vom Auto aus kann feststellen mit welchem Gadget der Eigentümer sein Haus zu sichern versucht, und das Paßwort der Weboberfläche wird sich in vielen Fällen als ein überwindbares Hindernis herausstellen - besonders wenn es vom Benutzer mehrfach verwendet wird und in gestohlenen Paßwortlisten im Darknet kursiert. Dann kann der Einbrecher via Überwachungskamera leicht feststellen ob jemand zuhause ist. Wenn nicht, dann wird die ganze tolle Mimik einfach lahmgelegt - und schon kann's losgehen.

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