Kolumne von Susan Cramm

So wird Coaching was

05. Oktober 2005
Von Susan Cramm
Coaching ist in. Doch nur wenige, die sich darauf einlassen, wissen, was sie erwartet. Um Enttäuschungen im Vorfeld zu vermeiden: Hier ein Erfahrungsbericht von Ex-CIO und Coach Susan Cramm - mit sechs wichtigen Erkenntnissen.

Viele Menschen haben das Wort Coaching schon einmal gehört. Aber nur wenige haben mit einem Coach zusammengearbeitet.

Um ehrlich zu sein: Ich wurde gebeten, ein Coach zu sein, bevor ich überhaupt wusste, was das ist. Zum Glück war diese Ignoranz meiner KarriereKarriere nicht hinderlich, weil auch niemand anders es wusste. Während der letzten 15 Jahre hat sich das Coaching durchgesetzt und das tägliche Leben, insbesondere aber Karriere und Geschäftspraktiken vieler entscheidend verändert. Alles zu Karriere auf CIO.de

Es gibt einige Referenzen, die die verschiedenen Arten des Coaching beschreiben: den Gewinn, den man daraus erzielen kann, wie man einen Coach aussucht und mit ihm arbeitet (etwa in "The Wild West of Executive Coaching", Harvard Business Review). Doch gibt es in der Literatur nur wenige gute Beispiele dafür, wie man nicht die Katze im Sack kauft und den richtigen Coach findet. Wenn Sie also darüber nachdenken, Dienste eines Coaches in Anspruch zu nehmen, beachten Sie Folgendes:

Susann Cramm
Susann Cramm

1. Coaching kann nur optional angeboten werden. Sie können niemanden zwingen, am Coaching teilzunehmen. Ich habe einen Kunden, der darauf bestand, dass ich mit einem seiner direkten Mitarbeiter arbeite, aber er hatte kein Interesse daran. Das Einzige, wofür er sich erwärmen konnte, war sein Golfspiel zu verbessern. Vielleicht hätte ich es schaffen können, ihm die Vorzüge des Coachings zu verkaufen. Jedoch musste ich aus ethischen Gründen zurückrudern: Ein Coach kann nicht jemanden ändern, der nicht bereit ist, sich selber zu ändern.

2. Beziehungen im Coaching sind langfristig. Wenn sich jemand auf die eine oder andere Weise auf einen Coach eingelassen hat, dann geschieht dies für lange Zeit. Der erste Kontakt ist dann auch der engste. Mit dem gebauten Fundament werden weitere Schritte geplant und ausgeführt. Genauso wie mit einem guten Arzt oder Mentor wird man die Beziehung zu einem Coach nicht abbrechen wollen, wenn es nützlich erscheint, sie aufrechtzuerhalten. Senior Manager, die Coaching in Anspruch nehmen und ihr eigenes Budget haben, werden einen Weg finden, Coaching zu bezahlen, auch wenn es gegen die Firmenpolitik läuft.