Fünfter und letzter Teil der SOA-Serie

SOA - der lange, steinige Weg

11. Juli 2007
Von Johannes Helbig
Post-CIO Johannes Helbig und Ralph Riemann von der IT-Tochter Senacor erklären ihre weitreichendste Erkenntnis: Service-orientierte Architekturen sind mühsam zu installieren - und die Arbeit hört niemals auf.
Johannes Helbig, CIO und Bereichsvorstand Deutsche Post Brief: "Die Einführung von SOA ist kein zeitlich begrenztes Umstellungsprojekt."
Johannes Helbig, CIO und Bereichsvorstand Deutsche Post Brief: "Die Einführung von SOA ist kein zeitlich begrenztes Umstellungsprojekt."

Märkte werden globaler, Produktzyklen kürzer, Kunden anspruchsvoller. Gleichzeitig erkennen Unternehmen, dass ihre Prozessarchitekturen und IT-Systeme nicht darauf ausgelegt sind, Produktinnovationen, neue Sourcing-Konzepte oder alternative Geschäftsmodelle schnell und flexibel abzubilden. Insbesondere Veränderungen an der bestehenden IT-Anwendungslandschaft erweisen sich als problematisch: Die zumeist starren Systeme und Insellösungen mit ihren komplexen Schnittstellen können nur mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand angepasst werden. Statt zum Enabler wird die IT zum Engpass bei strategisch notwendigen Veränderungen.

Ralph Riemann, Leiter Business Consulting Industrial Service Group der IT-Tochter Senacor: "Rein architektonisch getriebene Ansätze sollten unbedingt vermieden werden."
Ralph Riemann, Leiter Business Consulting Industrial Service Group der IT-Tochter Senacor: "Rein architektonisch getriebene Ansätze sollten unbedingt vermieden werden."

Unternehmen, denen es gelingt, die Transformation ihres Business und ihrer IT-Landschaft zu synchronisieren, sind besser gewappnet, um mit innovativen Geschäftsmodellen die Spielregeln ihrer Branche neu zu definieren. SOA kann als geschäftsgetriebener und evolutionärer Ansatz einen wesentlichen Beitrag zur Synchronisierung von Business und IT leisten. Ein Neubeginn auf der oft zitierten "grünen Wiese“ ist für Großunternehmen schlicht keine Option: Neben den immensen Kosten, die mit einem solchen Big-Bang-Ansatz verbunden wären, würde man die bisher getätigten Investitionen - diese erreichen in Summe oftmals Milliardenhöhe - komplett aufgeben und, angesichts der zu bewältigenden Komplexität, ein unüberschaubares Risiko eingehen.

Stichwort Managed Evolution

Kernaufgabe des CIO ist es, die Rahmenbedingungen für einen zielgerichteten und kontrollierten Wandel zu schaffen. Hinter dem Stichwort "Managed Evolution" verbirgt sich, wie in den vorherigen Artikeln bereits ausführlich dargestellt, genau dieser Anspruch: Die Service-Architektur mit ihren Domänen und fachlich geprägten Services dient als Generalbebauungsplan und stellt eine geordnete Vision zur Verfügung. Die Nutzung von Mechanismen wie Entkoppelung und Kapselung entlang stabiler Service-Beziehungen schafft die Möglichkeit, ausgewählte Applikationen ohne Auswirkungen auf die restliche Anwendungslandschaft zu modernisieren oder auszutauschen. Auf diese Weise können die unterschiedlichen Transformations-Anforderungen und -Geschwindigkeiten im Unternehmen bedarfsgerecht durch Business-getriebene ProjekteProjekte adressiert werden. Alles zu Projekte auf CIO.de

Eine Service-Architektur als wesentliches Instrument der IT-Governance erlaubt somit, die Verantwortung für Projekte stark zu dezentralisieren und in die Fachbereiche zu übertragen. So lassen sich Geschäfts- und IT-Transformation in der Praxis synchronisieren und ein rascher Nutzenbeitrag von IT-Initiativen sicherstellen. Die Architekturvision stellt dabei sicher, dass sich die geschäftlichen Einzelinitiativen trotzdem stets zu einem kohärenten Ganzen zusammenfügen.

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