Anwender zweifeln an Nutzen von service-orientierten Architekturen

SOA-Plattformstrategie von SAP braucht Nachhilfe

09. Oktober 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Botschaft hören sie wohl - allein es fehlt der Glaube: Rund zwei von drei SAP-Anwendern sind mit Enterprise SOA kaum oder gar nicht vertraut. Bis eine Trendwende einsetzt, dürften noch mindestens zwei Jahre vergehen. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG).

Mangelndes Know-how ist das Eine, das andere ist der Zweifel an Sinn und Zweck von SOA. So sind viele Studienteilnehmer nicht sicher, ob der Nutzen die technischen, fachlichen und organisatorischen Herausforderungen aufwiegt. DSAG-Vorstand Alfons Wahlers fasst die Stimmung mit diesen Worten zusammen: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch kaum ein Anwender abschätzen, welche Aufwände in Zusammenhang mit Enterprise SOA auf ihn zukommen."

Das heißt in Zahlen ausgedrückt: 64 Prozent der Befragten geben an, sie seien mit Enterprise SOA "kaum oder gar nicht" vertraut. Erst rund ein Fünftel hat bereits eine Plattformstrategie entwickelt.

Die DSAG wollte wissen, welche Gründe zu einem Release-Wechsel führen. Der steht für die große Mehrheit von 94 Prozent schlicht dann an, wenn die Wartung ihrer Lösung ausläuft oder neue Funktionalitäten genutzt werden sollen. Nur sechs Prozent erklären, einen Upgrade im Zusammenhang mit SOA zu starten. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: SOA ist bisher fast ausschließlich Sache der IT-Mitarbeiter in den Unternehmen, obwohl das Thema die Geschäftsleitung und die Fachabteilungen mindestens ebenso stark betrifft.

Mehr Fallbeispiele nötig

Die Konsequenz heißt für Alfons Wahlers, dass SAPSAP weniger Theorie, sondern mehr Trainings und praktische Fallbeispiele vermitteln muss. Er sagt: "Eine echte Bereitschaft zur Umsetzung von Enterprise SOA wird frühestens zwischen den Jahren 2008 und 2010 einsetzen." Alles zu SAP auf CIO.de

Fast die Hälfte der Studienteilnehmer (45 Prozent) setzt auf SAP Netweaver als zentrale Unternehmensplattform, 38 Prozent in Kombination mit anderen Systemen. Die verbleibenden 17 Prozent schreiben Netweaver eine untergeordnete Bedeutung zu. Dennoch sieht Alfons Wahlers mySAP ERPERP in Verbindung mit Netweaver als Geschäftsplattform an, die sich durchsetzt. An der Online-Umfrage der DSAG haben sich 344 SAP-Anwenderunternehmen beteiligt. Alles zu ERP auf CIO.de

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