Nach gekappter Prognose

Software-AG-Aktien brachen stark ein

15. Juli 2014
In Sekundenschnelle sind die Aktien der Software AG nach der massiv gekappten Jahresprognose am Dienstag ans TecDax-Ende durchgereicht worden.

Der Markt reagierte geschockt, wie der Kurseinbruch um knapp 14 Prozent auf 21,265 Euro innerhalb der ersten Handelsminuten zeigte. Damit notierten die Papiere des zweitgrößten deutschen Softwareherstellers so tief wie zuletzt im November 2009. Der TecDax gab um 0,72 Prozent nach.

Als Grund für die Warnung nannte die Software AG Verzögerungen bei Großprojekten. In der Wachstumssparte mit Software für Prozessoptimierung (BPE) rechnen die Darmstädter nun auf das Jahr gesehen nur noch mit Umsätzen auf Vorjahresniveau. Zuvor hatte der Konzern hier ein Plus von währungsbereinigt 12 bis 18 Prozent veranschlagt. Besonders die Erlöse für Software-Lizenzen litten unter der Zurückhaltung von Kunden bei Infrastrukturprojekten. In der angestammten Datenbanksparte kam das Geschäft ebenfalls weiter unter Druck, in der Beratung belastete der Verkauf des SAP-Consultings.

Die Reaktionen am Markt fielen eindeutig aus. "Die Warnung ist noch schlimmer als von einigen bereits befürchtet", kommentierte etwa ein Händler. "Vor allem im Segment BPE ist die Entwicklung desaströs." Der neue Ausblick liege klar unter den Erwartungen.

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank ist nach einer ersten Einschätzung enttäuscht. Die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten müssten gesenkt werden. Er selbst werde seine bisherigen Schätzungen überarbeiten. Sebastien Sztabowicz von Kepler Cheuvreux verwies darauf, dass der Software-Hersteller bereits im Vorfeld vorsichtige Töne angeschlagen hatte. Das nun angekündigte operative Ergebnis decke sich in etwa mit seiner sehr vorsichtigen Schätzung. Für ihn stehe fest: Die Aktie dürfte sich erst erholen, wenn sich in der BPE-Sparte eine nachhaltige Verbesserung abzeichne. (dpa/rs)

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite