Aktie zieht an

Software AG wächst wieder

23. Juli 2015
Die Software AG setzt zur Trendwende an: Der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller hat dank besserer Geschäfte in der größten Sparte und eines robusten Wartungsgeschäfts wieder in die Wachstumsspur zurückgefunden.

Dabei half zwar auch der günstigere Eurokurs. Ohne im vergangenen Jahr verkaufte Unternehmensteile haben die Darmstädter im zweiten Quartal aber auch aus eigener Kraft wieder zugelegt. Der Gewinn stieg deutlich, wie das TecDax-Schwergewicht am Donnerstag mitteilte.

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG
Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG
Foto: Software AG

Dabei konnte endlich wieder das Geschäft mit der Integrationssoftware kräftig wachsen. Der DBP (Digital Business Platform) genannten Sparte traut das Management um Chef Karl-Heinz Streibich die größten Zukunftschancen zu, der erklärte Wachstumsmotor stotterte zuletzt aber häufiger. Ausgehend von einem schwachen Vorjahresquartal legte die Sparte kräftig zu, sowohl bei den Lizenzverkäufen, als auch bei der lukrativen Wartung.

Streibich sah den Zwischenbericht als Bestätigung des vor einem Jahr eingeschlagenen Weges. Nach einer Gewinnwarnung hatte das Management damals einen Umbau angestoßen und mit dem Franzosen Eric Duffaut einen Vertriebsspezialisten in den Vorstand geholt. "Auch in der zweiten Jahreshälfte 2015 werden wir uns weiter auf profitables Wachstum konzentrieren", sagte Streibich.

Der Konzernumsatz kletterte um 5 Prozent auf 205,6 Millionen Euro. Ohne das im Mai vergangenen Jahres verkaufte Beratungsgeschäft für SAP-Produkte hätte das Plus zehn Prozent betragen. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 40 Prozent auf 19,9 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzernumbau belastet. Vor Zinsen und Steuern stand diesmal ein Plus von einem Drittel auf 33,2 Millionen Euro. Die Finanzziele fürs Gesamtjahr bestätigte das Management.

Fahnen vor der Zentrale der Software AG in Darmstadt
Fahnen vor der Zentrale der Software AG in Darmstadt
Foto: Software AG

Bei der Profitabilität im Tagesgeschäft schnitt das Unternehmen besser ab als vor einem Jahr. Die um Sonderposten bereinigte operative Gewinnmarge legte um 0,6 Prozentpunkte auf 23,6 Prozent zu. Mit den Zahlen zu Umsatz und operativem Gewinn schnitt das Unternehmen besser als von Analysten geschätzt. Im frühen Handel zog die Aktie des Unternehmens um 5,2 Prozent an. Die Ergebnisse dürften den Papieren einen Schub geben, sagte ein Händler am Morgen. DZ-Bank-Analyst Harald Heider kommentierte, die guten Zahlen sollten Vertrauen geben.

In der angestammten Datenbanksparte (A&N) stand letztlich nur dank des Wechselkurseffekts ein Plus bei den Erlösen zu Buche. Insbesondere die Lizenzen schwächelten. Allerdings hatte das Management schon deutlich gemacht, dass es in dem zuletzt rund laufenden Geschäft nicht mit Erfolgen in Serie weitergehen würde. Die Software für Datenbanken in Großrechnern ist zwar margenstark, steht aber mittelfristig unter Druck von moderneren Speicher- und Datenbanklösungen in der IT.

Robust entwickelte sich einmal mehr das Wartungsgeschäft der Darmstädter. In beiden wichtigen Geschäftsbereichen bietet das Unternehmen nicht nur neue Software an, sondern auch die lukrativen Folgeverträge. Hierauf hat Vertriebsvorstand Duffaut einen Fokus gelegt. Von April bis Juni erlöste das Unternehmen hier 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. (dpa/tc)

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